Informatik-Monitor und Programmieren für Kinder

© Christoph Wehrer/Stiftung Haus der kleinen Forscher
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INTERNATIONAL

Programmieren für Kinder

Kinder spielerisch und kreativ an das Thema Programmieren heranführen. In Dänemark bringt Jonas Kvist, IT-Coach an einer Grundschule in Kopenhagen, schon Kindern in der ersten Klasse bei, was Funktionen und Variablen sind. Mit der App "Scratch Junior" lassen seine Schülerinnen und Schüler auf dem iPad Fische schwimmen, noch bevor sie selbst schreiben oder lesen können. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, die Kinder sehr früh an das Programmieren heranzuführen", sagt Kvist. "Und zwar dann, wenn Kinder noch spielerisch lernen, also im Kindergarten- und Grundschulalter." In Großbritannien werden schon seit 2014 alle Schülerinnen und Schüler von der ersten Klasse an im Fach "Computing" unterrichtet. Auch in Estland, Japan oder Australien steht Programmieren für Grundschüler auf dem Lehrplan. Jonas Kvist ist überzeugt: "Je jünger die Kinder sind, desto unbefangener gehen sie mit der Technik um."

Süddeutsche Zeitung

BUNDESWEIT

Informatik-Monitor veröffentlicht

Mit dem Informatik-Monitor veröffentlicht die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) einen detaillierten Überblick über den Stand der Informatikbildung in den allgemeinbildenden Schulen in Deutschland und zeigt große Unterschiede zwischen den Bundesländern auf. Die wichtigsten Ergebnisse: Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind Spitzenreiter in Sachen Informatikunterricht in der Sekundarstufe I. Bremen und Hessen sind die Schlusslichter, dort existiert keinerlei Angebot für informatische Bildung im Sekundarbereich I. In nur drei Bundesländern gibt es in der Einführungsphase der Sekundarstufe II verbindlichen Informatikunterricht: Bayern (zwei Wochenstunden), Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen (je eine Wochenstunde). In 13 Bundesländern gibt es in der Einführungsphase Angebote für Informatikunterricht im Wahlpflichtbereich, wobei der Umfang zwischen einer Wochenstunde und vier Wochenstunden variiert. Richard Schwarz, Mitautor des Informatik-Monitors: "Der Informatik-Monitor offenbart einen Flickenteppich der Informatik-Bildung in Deutschland. Nur fünf Bundesländer haben ein verpflichtendes Angebot, das alle Schülerinnen und Schüler erreicht. Genau das wäre aber wichtig, um Schülerinnen und Schülern unabhängig von der Schulform und Region einen gleichwertigen Zugang zu digitaler Bildung zu ermöglichen. Insbesondere Mädchen und junge Frauen würden von einem frühen, verpflichtenden Informatikunterricht profitieren, weil er ihren Zugang zur Informatik nachweislich verbessert und damit auch dazu beiträgt, dem immer noch eklatanten Geschlechterungleichgewicht in der Informatik insgesamt entgegen zu wirken."

Gesellschaft für Informatik e.V.
Portrait von Anna Lenke
Autor/in: Anna Lenke

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstütze ich das Team Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation u.a. mit dem wöchentlichen Nachrichtenmonitoring und dem Pressespiegel. Während meines dualen Studiums in Bielefeld habe ich bereits erste Kommunikationserfahrungen sammeln können. Mir macht die Arbeit im bildungspolitischen Umfeld sehr viel Spaß und ich freue mich auf die kommenden Zeiten in der Stiftung.

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