Psychische Belastung während Corona und Bildungsdialog

Kinder pusten durch Trinkhalme
© Christoph Wehrer/Stiftung Haus der kleinen Forscher
Der wöchentliche Lauf durch die Nachrichten rund um Bildungsthemen.

BUNDESWEIT

Wie belastet die Corona-Pandemie Kinder und Jugendliche psychisch?

Die Professorin für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie Silvia Schneider berichtet im Interview: "Was wir bei unserer Forschung gesehen haben, ist, dass Kinder und Jugendliche in der Corona-Pandemie wie die Erwachsenen auch mit psychischer Belastung reagieren. So haben wir an der Ruhr-Universität Bochum die Situation bei Kleinkindern zwischen null und zwei Jahren untersucht. Eltern beschreiben hier, dass Kinder teilweise unruhiger sind und sie weniger gut zu beruhigen sind. Außerdem sind die Kinder emotional labiler, sie weinen leichter oder reagieren mit Rückzug. Eine wichtige Beobachtung ist, dass auch der Schlaf bei den ganz Kleinen durch die Ausnahmesituation beeinträchtigt ist. […] Unsere Daten, aber auch neue Analysen des Robert-Koch-Instituts, zeigen einen wichtigen Aspekt: Die psychische Befindlichkeit von Kindern und Jugendlichen muss immer im Kontext mit der psychischen Befindlichkeit der Eltern gesehen werden. Geht es den Eltern gut, geht es den Kindern gut und umgekehrt." Ihre Tipps für Eltern, die Kindern und Jugendlichen helfen könnten: "Das Wichtigste ist, darüber zu reden. Es ist wichtig, sich die Verhaltensregeln zur eigenen Sache zu machen und sich klar zu machen, dass wir die Verhaltensregeln einhalten, um gemeinsam die Pandemie zu bewältigen. Außerdem rate ich dazu, so viele Alltagsstrukturen aufrechtzuerhalten wie möglich: morgens anziehen und frühstücken, feste Zeiten für Mittagspausen einführen und soziale Kontakte - beispielsweise über Spaziergänge - aufrechtzuerhalten."

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Bund und Länder treffen Bildungsexpertinnen und -experten zum 2. Bildungsdialog

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek haben sich in dieser Woche im Rahmen des 2. Bildungsdialogs mit Lehrkräften, Wissenschaft, Bildungspraxis und Migrantenorganisationen ausgetauscht. Im Zentrum des Austausches stand die Frage, wie die gesellschaftliche Vielfalt bereits in Lehrplänen zum Thema gemacht werden kann, um Eingang in den Unterricht zu finden. Zugleich ging es darum, wie Schulen und Lehrkräfte dabei unterstützt werden können, mit Herausforderungen und Konflikten umzugehen. Insbesondere wenn demokratische Grundwerte in Frage gestellt werden, kommt den Lehrkräften eine herausfordernde Aufgabe zu. Um Schülerinnen und Schüler in ihrer freiheitlich-demokratischen Wertebildung zu unterstützen und sie damit auch resilient gegenüber radikaler Beeinflussung zu machen, benötigen Lehrkräfte entsprechende Rahmenbedingungen sowie Fortbildungsmöglichkeiten und eine enge Zusammenarbeit mit pädagogischen Fachkräften aus unterschiedlichen Bereichen. Eine neue Untersuchung "Lehrplanstudie zu Migration und Integration" gibt Empfehlungen, wie Schulen und Lehrkräfte dabei unterstützt werden können, die Themen Migration, Integration und Vielfalt im Schulunterricht angemessen zu thematisieren. Die Ergebnisse der Studie zeigen, an welchen Stellen anzusetzen ist, um Schulentwicklungsinstitute und Landesbehörden etwa durch best practice gezielt bei der Weiterentwicklung von Lehrplänen zu begleiten.

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Portrait von Anna Lenke
Autor/in: Anna Lenke

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstütze ich das Team Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation u.a. mit dem wöchentlichen Nachrichtenmonitoring und dem Pressespiegel. Während meines dualen Studiums in Bielefeld habe ich bereits erste Kommunikationserfahrungen sammeln können. Mir macht die Arbeit im bildungspolitischen Umfeld sehr viel Spaß und ich freue mich auf die kommenden Zeiten in der Stiftung.

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