KW51: Bekämpfung der Kinderarmut

Auf dem Bild sieht man viele Kinder, die gemeinsam ihre Hände unter einem grünen Tuch halten
© Christoph Wehrer / Stiftung "Haus der kleinen Forscher"
Der wöchentliche Lauf durch die Nachrichten rund um Bildungsthemen.

BUNDESWEIT

Bildung auf die Ohren

Zum Jahreswechsel stellt der Deutsche Bildungsserver eine Podcast-Reihe zu den Themen bereit, die die verschiedenen Bildungsbereiche 2019 maßgeblich geprägt haben. Im ersten Teil dieser Podcast-Reihe präsentieren die Redakteurinnen Andrea Völkerling, Dr. Caroline Hartmann, Michaela Achenbach und Dana Kube u.a. "Das Gute-Kita-Gesetz", "Unterrichtsmaterialien zum Klimawandel" sowie den "EU-Report zum Status der Digitalisierung in der Schule". Reinhören lohnt sich! Die zweite Folge gibt es dann im Januar.

Bildungsserver Blog

Kinder aus bildungsfernen Haushalten sind besonders armutsgefährdet

Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Kinderhilfswerkes zeigt, dass die Armutsgefährdungsquote von Kindern aus Elternhäusern mit niedrigem Bildungsabschluss in Deutschland wesentlich höher (60,9%) ist als im EU-Durchschnitt (51,3%). "Kinderarmut wirkt sich in vielen Bereichen des Alltags aus. Das sehen wir bei der Inanspruchnahme der Tafeln, bei der 30 Prozent der Kundinnen und Kunden Kinder und Jugendliche sind, und damit überproportional mehr als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung. Zu sehen ist dieser Zusammenhang auch beim Schulerfolg, der in Deutschland nach wie vor beträchtlich von der sozialen Herkunft abhängt. Das zeigt uns jede Pisa-Studie aufs Neue und aktuell sogar noch deutlicher als früher. Das Deutsche Kinderhilfswerk vermisst an vielen Stellen den politischen Willen, sich dem drängenden, strukturellen Problem der schlechten Bildungschancen gerade der von Armut betroffenen Kinder in Deutschland konsequent anzunehmen. Das bittere Problem der Bildungsbenachteiligung hängt Deutschland nun schon seit so vielen Jahren nach – Fortschritte aber sind kaum ersichtlich. Und das, obwohl Bildung als Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und für den chancengerechten Zugang zur beruflichen Entwicklung nachweislich von entscheidender Bedeutung ist", so Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. "Die Förderung armer Kinder und ihrer Familien sowie unbürokratische Zugänge zu armutsvermeidenden Leistungen gehören deshalb auf der Prioritätenliste ganz nach oben. Um Kinder und Familien mit den vorhandenen Hilfs- und Unterstützungsleistungen besser zu erreichen, sollte die Bundesregierung den Vorschlag der Familienministerkonferenz zur Einrichtung von Familienservicezentren aufgreifen, in denen Familien qualifiziert beraten werden und möglichst auch Leistungen beantragen können", so Krüger weiter. Das Deutsche Kinderhilfswerk plädiert für eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderarmut mit aufeinander abgestimmten Infrastruktur- und Geldleistungselementen, die interdisziplinär an verschiedensten Stellen ansetzt. Langfristig tritt das Deutsche Kinderhilfswerk für die Einführung einer bedarfsgerechten Kindergrundsicherung in Höhe von 628 Euro ein, die den bestehenden Familienlastenausgleich ablöst, bestehende kindbezogene Leistungen bündelt und das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie, der Familienform und dem bisherigen Unterstützungssystem bedarfsgerecht gewährleistet.

Deutsches Kinderhilfswerk

THÜRINGEN

Viele Horterzieherinnen und -erzieher unzufrieden mit den Arbeitsbedingungen

Die GEW Thüringen hat die Horterzieherinnen und -erzieher unter dem Titel "Wunschzettel an die Landesregierung" befragt. Der Großteil der Befragten ist mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden und wünscht sich von der Landesregierung zügige Verbesserungen. An der Umfrage nahmen in einem Zeitraum von circa einem Monat 287 Horterzieherinnen und -erzieher teil. Dies entspricht circa 10 % aller Thüringer Horterzieherinnen und -erzieher. Circa 83% der befragten Personen wünschen sich demnach kleinere Gruppengrößen, 77% gaben an mehr Hilfe bei Inklusionskindern zu benötigen und 74% sprachen sich für einen Beschäftigungsumfang von 80% aus. Kathrin Vitzthum, Landesvorsitzende der GEW Thüringen, äußerte sich dazu: "Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass das Versprechen, durch die Rückführung der Horte in den Landesdienst würde es für niemanden schlechter werden, nicht eingehalten wurde. Noch immer arbeiten viele Erzieher*innen in viel zu großen Gruppen und in unfreiwilliger Teilzeit." Wünsche und Forderungen nach mehr Kontinuität bezüglich neuer Verordnungen für Schulen, nach weniger Bürokratie und nach besser ausgestatteten Klassen- und Horträumen wurden oftmals geäußert. Insbesondere die Arbeit mit Inklusionskindern stellt die Horterzieherinnen und -erzieher vor besondere Herausforderungen. Hierfür braucht es die sonderpädagogische Unterstützung auch am Nachmittag, denn Inklusion findet nicht nur im Unterricht statt.

GEW Thüringen
Portrait von Anna Lenke
Autor/in: Anna Lenke

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstütze ich das Team Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation u.a. mit dem wöchentlichen Nachrichtenmonitoring und dem Pressespiegel. Während meines dualen Studiums in Bielefeld habe ich bereits erste Kommunikationserfahrungen sammeln können. Mir macht die Arbeit im bildungspolitischen Umfeld sehr viel Spaß und ich freue mich auf die kommenden Zeiten in der Stiftung.

Alle Artikel von Anna Lenke
Kommentar schreiben