Kita-Träger im Austausch über Qualitätsentwicklung

Digitaler Austausch: Vertreterinnen und Vertreter von Kita-Trägern treffen sich per Videokonferenz.
© Stiftung "Haus der kleinen Forscher"
Gruppenfoto vom digitalen Austausch zwischen Kita-Trägern und dem Projektteam Forum KITA-Entwicklung.

Ende Juni diskutierten 14 Trägervertreterinnen und -vertreter aus ganz Deutschland mit dem Projektteam Forum KITA-Entwicklung über aktuelle Fragen und Bedarfe in der Organisationsentwicklung von Kitas. Mit großer Offenheit teilten sie Beispiele guter Praxis miteinander, sprachen darüber, wie sie als Träger zur Qualitäts- und Organisationsentwicklung von Kitas beitragen können, überlegten, wie sie ihre eigene Qualität sicherstellen und formulierten Wünsche an die Politik.

Es gibt in Deutschland bisher wenige Möglichkeiten, wie Vertreterinnen und Vertreter von Kita-Trägern unterschiedlicher Größe und verschiedener Verbände miteinander in Kontakt kommen können. Das Forum KITA-Entwicklung hatte daher ganz bewusst Vertreterinnen und Vertreter von freien und öffentlichen Kita-Trägern unterschiedlicher Größen (von einer Kita bis zu 440 Kitas) zum gemeinsamen Austausch an den Tisch geholt.

Oder besser an den Bildschirm! Aufgrund der Corona-Pandemie fand das Treffen digital statt. Einen ganzen Vormittag nahmen sich alle Zeit, um gemeinsam über die Qualitäts- und Organisationsentwicklung von Kitas in Deutschland nachzudenken. Die Teilnehmenden identifizierten konkrete Handlungsfelder, in denen sie als Träger Impulse an Kitas weitergeben können. Einige von ihnen hatten bereits gute Erfahrungen in der Organisation von Fortbildungen und mit Strategien zur Personalentwicklung gesammelt, über die sie sich mit den anderen austauschten.

Bei uns in München gibt es eine Ideenbörse. Dort können Fachkräfte Ideen zur Verbesserung einbringen und werden in einem transparenten Abstimmungsverfahren eingebunden und informiert, wie mit der Idee weiter verfahren wird.

Tanja Müller-Warkentin, Stadt München

Den Herausforderungen der Corona-Pandemie gemeinsam begegnen

Die Situation der Kitas und Träger während der Corona-Pandemie wurde als Brennglas beschrieben: Viele Herausforderungen, wie der große Bedarf an gut ausgebildeten pädagogischen Fachkräften oder die unzureichende Kommunikation zwischen den verschiedenen Institutionen und Verantwortlichen, wurden nochmals deutlich. Mit einer größeren Aufgeschlossenheit Aller gegenüber digitalen Medien konnten in den letzten Monaten aber auch positive Entwicklungen angestoßen werden. So diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie der Einsatz digitaler Formate die Kommunikation zwischen Träger und Kitas, aber auch zwischen Pädagoginnen und Pädagogen und den Eltern erleichtern könnte, wenn der Kontakt durch die Hygienemaßnahmen erschwert sei. Neben der Ausstattung mit Laptops oder Diensthandys wurde dabei betont, wie wichtig das technische Know-How ist. Es müsse viel Gelegenheit, zum Beispiel über Fortbildungen, geschaffen werden, sich mit den Geräten und Anwendungen auseinanderzusetzen.

Ich wünsche mir einen besseren Austausch mit der Politik. Für uns wäre wichtig, dass sich der Rahmen für die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern verbessert.

Rainer Diekmann, Schaumburg-Lippe

Die Trägervertreterinnen und -vertreter machten deutlich, wie sie ihren Kitas, auch in dieser besonderen Situation, zur Seite stehen und wie wichtig ein gutes Vertrauensverhältnis ist. Gelebte Partizipation wurde zustimmend als Schlüssel zu motivierten Erzieherinnen und Erziehern beschrieben. Und diese sind schlussendlich das wichtigste Bindeglied, weil sie jede Veränderung gemeinsam im Verbund mit dem Träger, den Kindern und den Eltern meistern müssen.

Mit mehr Austausch zu guten Ideen

Die Teilnehmenden betonten, dass es im Alltag wenig Gelegenheit zum trägerübergreifenden Gespräch gibt. Vor allem für den bundesweiten Austausch zwischen verschiedenen Trägern gäbe es kaum Möglichkeiten. Dieses Treffen am Vormittag verdeutlichte umso mehr: Egal ob kleiner oder großer Träger, in der Stadt oder auf dem Land, aus dem Norden oder Süden Deutschlands, die Themen und Herausforderungen ähneln sich und vom Austausch guter Ideen profitieren alle. Das Forum KITA-Entwicklung wird hier weitere Gelegenheiten schaffen.

Der bundesweite Austausch mit anderen Trägern ist sehr wertvoll. Ich würde mir wünschen, dass so etwas häufiger organisiert wird.

Susanne Wolf, Hainewalde

Über uns

Das Forum KITA-Entwicklung ist ein Kooperationsprojekt der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und der Robert Bosch Stiftung GmbH. Es dient als Austauschplattform für alle im System Kita und hat sich zum Ziel gesetzt, mit Impulsen für die Organisationsentwicklung, zur Qualitätsentwicklung in Kitas beizutragen.

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Portrait von Stefanie Kademann
Autor/in: Stefanie Kademann

Seit nunmehr acht Jahren konzipiere und entwickle ich die pädagogischen Inhalte und Materialien für die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Als Referentin für Naturwissenschaften und Entwicklungspsychologie ist es mir wichtig, pädagogische Fach- und Lehrkräften immer wieder neu für MINT-Themen zu begeistern, sie zu inspirieren und ihnen Werkzeuge zur Lernbegleitung an die Hand zu geben, die den Interessen und Kompetenzen der Kinder verschiedenen Alters gerecht werden.

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