Wie die Stiftung die Covid-Krise meistert

© Tom Maelsa/Stiftung Haus der kleinen Forscher
So dicht beieinander war plötzlich nicht mehr möglich. Trotzdem haben die Stiftung und ihre Partner die Krise zusammen gut gemeistert.

Wenn eine Pandemie die Welt auf den Kopf stellt, ist schnelles Reagieren gefragt. Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ hat sich in den vergangenen Monaten als sehr resilient gegenüber den aktuellen Herausforderungen gezeigt. Das beweisen die folgenden Zahlen und Beispiele.

Alle ins Home-Office

Als Ende März klar wurde, dass große Menschenansammlungen nicht mehr erlaubt sind, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen, verlor die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ keine Zeit. Tageweise von zu Hause aus arbeiten, war bereits seit mehreren Jahren üblich und wurde 2019 sogar durch eine Betriebsvereinbarung offiziell geregelt.

Auch die IT-Infrastruktur in Hard- und Software war schon vorhanden, und wurde Schritt für Schritt erweitert, um den fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das nahtlose Weiterarbeiten in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Die Arbeitszeiten, die bis dahin schon sehr flexibel waren, wurde weiter gelockert, um eine bessere Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Belangen zu ermöglichen. All diese neuen Regelungen wurden bereits mehrfach verlängert. Eine Rückkehr zur Büro-Präsenzkultur ist gegenüber der Gesundheit der Mitarbeitenden nachrangig.

Mehr Fortbildungen im Online-Campus

Für die regionalen Fortbildungen zu MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung, das Kernprodukt der Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“, ist Präsenz leider eine essenzielle Komponente. Während aber bundesweit Vor-Ort-Fortbildungen abgesagt werden mussten, nutzten die nicht mehr im Einrichtungs-Alltag gebundenen pädagogischen Fach- und Lehrkräfte mit Enthusiasmus das Online-Angebot der Stiftung auf dem Campus.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fortbildungsteam reagierten schnell auf den ungewohnt hohen Zustrom an Nutzerinnen und Nutzern (Stand Ende Juni: über 33.000 Registrierungen) mit einem enorm erweiterten Angebot an betreuten Formaten wie Webinaren und moderierten Online-Kursen. Von ursprünglich geplanten zehn wurde auf insgesamt 63 Bildungsangebote aufgestockt. Um solche Zahlen produzieren zu können, schichteten Kolleginnen und Kollegen auch intern schnell und effizient große Mengen von Arbeit um. Die Fachkräfte bedankten sich für das Engagement mit deutlich gesteigerten Abschlussquoten.

Ähnliche Steigerungen erlebte die Kinderwebsite „Meine Forscherwelt“, die fünfmal so viele Besucher verzeichnete wie zuvor. Und auch auf die erhöhte Nachfrage nach Zertifizierungen konnte die Stiftung schnell reagieren, unter anderem mit zusätzlichen Webinaren, die über das Thema informierten und gut besucht wurden. Die Effekte sind bereits in einer hohen Zahl von neuen Anträgen spürbar.

Ein bundesweiter Mitmachtag im Netz

Mit am härtesten getroffen durch die Pandemie wurde die Veranstaltungsbranche. Versammlungen von vielen Personen werden wahrscheinlich auch auf absehbare Zeit die Ausnahme bleiben. Für die Stiftung und ihre über 32.000 aktiven Kitas, Horte und Grundschulen in Deutschland bedeutete das leider: Kein gewöhnlicher „Tag der kleinen Forscher“ im Juni, keine großen Forscherfeste, nur vereinzelte Besuche aus Politik.

Dies bedeutete aber noch lange nicht, dass der „Tag der kleinen Forscher“ ausfallen musste, denn Forschen und Entdecken kann man schließlich überall. Das Aktionstag-Team produzierte drei Entdeckertour-Videos und präsentierte am Tag selbst eine 35-minütige „Kleine Forscher“-Show zum Mitmachen für alle kleinen und großen Forschenden. Kinder und Erwachsene überall – ob in der erweiterten Notbetreuung in der Kita, in kleinen Gruppen beim Spazierengehen oder zu Hause – konnten so gemeinsam die Wege des Wassers entdecken und erforschen. Auch die Bundesbildungsministerin und Schirmherrin der Bildungsinitiative, Anja Karliczek, ließ es sich nicht nehmen, einen Gastauftritt zu absolvieren.

Digitales Netzwerken für alle

Zwei weitere Veranstaltungen waren von den virusbedingten Einschränkungen betroffen. Die Bundespreisverleihung zum Kita-Wettbewerb „Forschergeist“ wird nun erst Ende dieses Jahres stattfinden. Die regionalen Preisverleihungen in ganz Deutschland wurden vom Frühjahr in den Herbst verlegt. Ein absolutes Novum: Die Netzwerktagung, zu der jedes Jahr Vertreterinnen und Vertreter jener Netzwerkpartner in Berlin zusammenkommen, die die Bildungsinitiative „Haus der kleinen Forscher“ überhaupt erst möglich machen, findet hingegen erstmals digital statt.

Viele kleine und große, individuelle und gemeinschaftliche Anstrengungen waren notwendig, um mit den genannten und weiteren Schritten schnell und biegsam auf die Herausforderungen einer globalen Gesundheitskrise zu reagieren. Sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch die Partnerinnen und Partner der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ haben hier zum wiederholten Male gezeigt, was in ihnen steckt. Unser neu erworbenes Wissen, gerade zu den digitalen Aufgaben, die vor uns liegen, geben wir im Übrigen gerne weiter.

Der beliebteste Online-Kurs: MINT ist überall

Illustration einer Kita aus der Vogelperspektive ohne Dach. Eine Schaukel, das Badezimmer und der Essensraum.
© Stiftung Haus der kleinen Forscher

MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung geht auch ohne lange Vorbereitung: Im kostenlosen Onlinekurs „MINT ist überall“ lernen Fachkräfte ganz praktisch, wie sie Alltagssituationen zum Forschen nutzen können. Der Kurs wurde über 11.000 mal abgeschlossen.

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Portrait von Alexander Matzkeit
Autor/in: Alexander Matzkeit

Ich bin in der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" Referent für Digitale Kommunikation. Privat schreibe ich über Film, Medien und Zukunft in meinem Blog "Real Virtuality" und auf Twitter (siehe Links).

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