Warum wir auf hybrides Arbeiten setzen

Drei Kolleginnen sitzen in einem hybriden Meeting - im Hintergrund sind vier weitere Kolleginnen auf einem großen Bildschirm zu sehen.
© André Forner/Stiftung Haus der kleinen Forscher
Hybrides Arbeiten: Mit moderner Technik wird Homeoffice und Arbeiten in den Stiftungsräumen verbunden.

Zurück ins Büro – aber wie? Diese Frage hat uns auf der Suche nach einem zukunftsfähigen Arbeitsmodell für unsere Stiftung bewegt. Denn nach der monatelangen Homeoffice-Pflicht während der Pandemie standen wir vor der Aufgabe, das Arbeiten in unseren Räumen und für die Stiftung neu zu denken. Mit einem hybriden Arbeitsmodell vereinen wir das Beste aus beiden Welten.

Was ist hybrides Arbeiten?

"Hybrid" hat über das Lateinische den Weg in unsere Sprache gefunden. Laut Duden bedeutet das Adjektiv hybrid so viel wie "aus Verschiedenartigem zusammengesetzt" und "von zweierlei Herkunft", aber auch "gemischt" und "zwitterhaft". Hybrides Arbeiten oder auch Hybrid Work ist also buchstäblich eine Mischform: Arbeitnehmende können nicht nur an festen Arbeitsplätzen ihren Aufgaben nachgehen – sie können auch an anderen Orten arbeiten.

Was bedeutet Hybrid Work für die Stiftung Haus der kleinen Forscher?

Ganz neu ist das Modell für uns nicht. Schon vor der Corona-Pandemie konnten unsere Mitarbeitenden bis zu 40 Prozent ihrer Arbeit außerhalb unserer Büroräume in Berlin-Mitte verbringen – ganz gleich, ob in den eigenen vier Wänden, im Café, im Zug oder in einem Coworking-Space. Während der Homeoffice-Pflicht und der Lockdowns zeigte sich aber schnell, dass 100 Prozent mobiles Arbeiten keine langfristige Option für uns ist.

"Manche haben darunter gelitten, dass es keine persönlichen Begegnungen gab."

Vorständin Angelika Dinges
Vorständin Angelika Dinges
© Steffen Kugler/ Stiftung Haus der kleinen Forscher
Vorständin Angelika Dinges

"Per Videocall können wir uns niemals wirklich in die Augen schauen. Da fehlt einfach ganz viel. Man merkt, wieviel lebendiger ein Treffen ist, wenn man persönlich aufeinandertrifft", sagt Vorständin Angelika Dinges.

Deshalb war nach der Pandemie klar: Eine Rückkehr ins Büro muss sein. Gleichzeitig sollten die Vorteile des mobilen Arbeitens weiter genutzt werden. Das 80/20-Modell ermöglicht nun seit dem 1. November 2022 beides. 
 

„Wir setzen auf Eigenverantwortung.“

Unser 80/20-Modell

© André Forner/ (c) Stiftung Haus der kleinen Forscher
Zwei Kolleginnen bei der Arbeit in den Stiftungsräumen.

Unsere Mitarbeitenden können 80 Prozent ihrer Arbeitszeit mobil arbeiten, 20 Prozent sollten sie in unseren Büroräumen erbringen– anlassbezogen für Meetings oder etwa zum kreativen Arbeiten. Im Schnitt entspricht das einem Tag Präsenz pro Woche. "Wir haben uns für dieses Modell entschieden, weil wir auf die Erkenntnisse gesetzt haben, die wir in den vergangenen Jahren gesammelt haben, und weil wir die Befragungen berücksichtigt haben, die wir bei uns im Haus durchgeführt haben. Deshalb gab es kaum Widerspruch gegen diese Entscheidung, denn sie entspricht dem, was unsere Mitarbeitenden selbst wollen", erklärt Angelika Dinges. 80/20 ist dabei eine Orientierungsgröße, die es durchschnittlich zu erreichen gilt. Dabei wird nicht kontrolliert, ob sich jede und jeder genau an die Vorgaben des hybriden Arbeitsmodells hält. "Kontrolle ist immer dann notwendig, wenn keiner verstanden hat, warum wir etwas machen. Wir haben uns viel Mühe gegeben, unsere Entscheidung zu erklären und zu kommunizieren", so Angelika Dinges.

Drei Gründe, warum wir auf das Büro nicht verzichten können

Vorständin Angelika Dinges sieht vor allem drei maßgebliche Argumente, die für eine regelmäßige Präsenz im Büro sprechen:

  1. Der Mensch als soziales Wesen: "Ohne echte Begegnungen geht es nicht. Wir brauchen den Austausch, das Miteinander."
  2. Teamarbeit: "Manche Arbeitsergebnisse fallen besser aus, wenn man vor Ort gemeinsam daran arbeitet. Das kann zum Beispiel der Kickoff für ein wichtiges Vorhaben sein oder ein persönliches Treffen, wenn ein Projekt sich gerade in einer kritischen Phase befindet."
  3. Identifikation: "Das Aufeinandertreffen in unseren Stiftungsräumen stärkt die Bindung an unsere Organisation. Denn unsere Räumlichkeiten zeigen, wer wir sind."

Wie wir das hybride Arbeitsmodell konkret umsetzen

Wer hybrid arbeiten will, braucht mehr als nur einen Laptop. Damit unser neues 80/20-Modell gelingt, setzen wir an vielen Hebeln an. Dazu gehören unter anderem: 

  • Raumkonzept: Wir haben unsere Stiftungsräume radikal neu gedacht. Feste Arbeitsplätze gibt es nicht mehr, stattdessen sind Räume Nutzen und Arbeitsweisen zugeordnet. Wer zum Arbeiten in unsere Büros kommt, kann zum Beispiel zwischen Stillarbeitsplätzen, Creative Spaces, Meeting-Bereichen und Großraumbüros wählen.
  • Raumbuchungstool: Mitarbeitende können ganz bequem über ein Raumbuchungstool ihren Arbeitsplatz in den Stiftungsräumen auswählen.
  • Moderne Technik: Unsere Büros sind technisch so ausgestattet, dass zeitgemäßes und hybrides Arbeiten möglich ist. Mitarbeitende, die mobil arbeiten, werden beispielsweise über große Screens in den Besprechungsräumen direkt ins Büro "geholt".
  • Weiterentwicklung: "Noch lernen wir dazu. Manchmal tauchen neue konkrete Fragen auf, die wir dann zum Beispiel mit dem Betriebsrat klären. Die Ergebnisse stellen wir transparent in einem FAQ dar und besprechen Anpassungen mit den Führungskräften, damit wir unser Verständnis von hybridem Arbeiten selbst vorleben können", erklärt Angelika Dinges.

Das sagen unsere Mitarbeitende über hybrides Arbeiten

Was schätzen Sie am hybriden Arbeitsmodell der Stiftung?
•    Julia Oberthür: "Für mich ist mobiles Arbeiten in einer globalisierten Gesellschaft absolut zeitgemäß. Gleichzeitig schätze ich den persönlichen Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen, weshalb ich es begrüße, dass die Stiftung dafür weiterhin die Räumlichkeiten bereitstellt."
•    Nadine Lohse: "Hybrid Work zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität aus. Dadurch ist es für mich viel besser möglich, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen!"

Was hat sich für Sie persönlich mit dem 80/20-Modell geändert?
•    Julia Oberthür: "Ich habe in den letzten Jahren für mich festgestellt, dass mir das Leben in einer kleineren Stadt als Berlin persönlich sehr guttut. Meinen Job bei der Stiftung wollte ich aber auf keinen Fall aufgeben. Deshalb finde ich es super, dass ich jetzt auch außerhalb Berlins leben und meine Arbeit machen kann. Das gibt mir viel mehr Freiraum und Flexibilität im Alltag."
•    Melanie Römer: "Ich kann meinen Alltag flexibler gestalten und arbeite teilweise effektiver. Außerdem ist der Zusammenhalt im Team gewachsen. Und nicht zuletzt spare ich zwei Stunden Fahrtzeit pro Tag."
 

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Autor/in: Onlineredaktion
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