"Starke Impulse für die MINT-Bildung"

Edith Wolf, eine Frau mit blonden Haaren und Brille, steht vor einer weißen Wand an ein Geländer gelehnt
© Vector Stiftung
Edith Wolf setzt sich in Baden-Württemberg für die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" ein.

Edith Wolf, Vorstand der Vector Stiftung, erzählt im Interview, wie ansteckend die Begeisterung für frühkindliche MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung sein kann – vor allem auf Bahnfahrten – und warum sich das frühe Engagement in Kitas und Grundschulen am Ende auszahlt.

Sie sind Mitglied im "Haus der kleinen Forscher"-Beirat Baden-Württemberg. Warum?

Vor allem, weil ich wirklich begeistert bin von der Stiftung "Haus der kleinen Forscher". Die erfolgreiche Zusammenarbeit der Initiative zwischen Bund, Kultusministerkonferenz und Ländern ist beispielgebend für unser ganzes Land. Und natürlich auch, weil mich Ihr Vorstandsvorsitzender Michael Fritz so nett gefragt hat. Es ist wirklich eine Ehre, in diesem Beirat sein zu dürfen. Das "Haus der kleinen Forscher" ist schließlich die erste Adresse, wenn es um frühkindliche MINT-Bildung, also Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, geht.

Wann und wo sind Sie denn dem "Haus der kleinen Forscher" das erste Mal begegnet?

Während meiner Zeit in der Robert Bosch Stiftung, vermutlich im Jahr 2010. Die Robert Bosch Stiftung hat das Studium "Frühkindliche Bildung" mitinitiiert. Sehr genau erinnere ich mich auch noch an eine gemeinsame Zugfahrt mit Herrn Fritz von Düsseldorf nach Stuttgart. Da hatten wir genügend Zeit, um ausführlich und auf schwäbisch alle Probleme durchzusprechen, die wir bei der frühkindlichen MINT-Bildung sehen. Mich hat die Umsetzungsstärke von der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" und insbesondere auch diese massive persönliche Leidenschaft von Herrn Fritz begeistert; ja, regelrecht angesteckt.

Innovationskraft und Zukunft

Warum ist es für Sie so wichtig, sich für gute frühe MINT-Bildung zu engagieren?

Mit einer guten frühen MINT-Bildung sichern wir die Innovationskraft und die Zukunft unseres Landes. Um in Deutschland den Anschluss nicht zu verlieren, müssen wir nicht nur die künstliche, sondern auch die menschliche Intelligenz weiter fördern und in die Köpfe unserer Kinder und Jugendlichen investieren. Je früher wir damit anfangen, desto besser. Und: MINT bedeutet einen sicheren Arbeitsplatz – und damit Wohlstand.

Wo sehen Sie Handlungsbedarf? In Baden-Württemberg aber auch bundesweit?

Zunächst einmal ist es immens wichtig, die Attraktivität des Erzieherinnen- und Grundschullehrberufs zu steigern. Unsere Kinder brauchen gut ausgebildete Lernbegleitungen. Das bedeutet unter anderem, diese Berufe zu professionalisieren  – etwa mit Managementkompetenzen wie für ein mittelständisches Unternehmen. Zudem müssen wir dringend die digitale Infrastruktur der Kitas und Schulen sowie deren Mitarbeitenden verbessern und pädagogisch fundierte Konzepte für das digitale Lehren und Lernen entwickeln, erlernen und anwenden. Und ein weiterer Punkt, der mir auch sehr wichtig ist: MINT – auch in Kitas – ist nicht nur basteln! Wir müssen auf Qualität achten! Neue MINT-Lehrinhalte und -methoden sollten angewendet und neue Bildungspartner in den Alltag integriert werden – und das nicht nur als Einmal-Veranstaltung, sondern regelmäßig.

Was wir von Anfang an richtig machen, müssen wir später nicht teuer reparieren.

Edith Wolf

Was wollen Sie gerne schnell bewegen?

Am liebsten würde ich dafür sorgen, dass all die oben genannten Handlungsbedarfe schnell umgesetzt werden. Ich weiß, das ist viel und schwierig und so manches Mal habe ich den Eindruck, es ist vergebene Liebesmüh. Aber trotzdem: Die frühe MINT-Bildung ist so wichtig! Alles, was wir von Anfang an richtig machen, müssen wir später nicht teuer reparieren mit Umschulungen oder anderen Maßnahmen.

Wofür setzen Sie persönlich sich vor allem ein?

Meine wesentliche Aufgabe ist es, einen starken Impuls für MINT-Bildung zu geben –  und zwar innerhalb und außerhalb der Schule. Ich setze mich ein für eine bessere MINT-Bildung in Kitas und Schulen. Ich kämpfe dafür, dass wir Aufmerksamkeit für die MINT-Bildung bekommen. Mit der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" gehen wir voran und bringen qualitativ hochwertige MINT-Bildung in alle Kitas und Grundschulen in Baden-Württemberg.

Portrait von Mareike Mittelbach
Autor/in: Mareike Mittelbach

Ich bin Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Netzwerken bei der Stiftung "Haus der kleinen Forscher". Mein Lieblingsnetzwerk – das ganze große "Haus der kleinen Forscher" - verbindet Menschen mit einer großartigen pädagogischen Sicht auf die Kinder und die Welt. Ich bin ein riesiger Fan jedes begeisterten Pädagogen und jeder begeisterten Pädagogin und liebe es, all ihre spannenden Geschichten von Forschungs- und Entdeckungsreisen, großen und kleinen Erkenntnissen zu erzählen.

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