Lasst uns eine Community bauen!

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Der Austausch zwischen Kita und Schule wurde als sehr gewinnbringend erlebt. Nächster Schritt: „Wie bauen wir hieraus eine Community?“

Schulentwicklung ist ein öffentlich breit diskutiertes Thema. Aber auch im Bereich Kita findet Organisationsentwicklung statt. Im Online-Fachforum „Organisationsentwicklung: Wie Schule und Kita voneinander lernen können“ diskutierten im September 50 Teilnehmende über Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

Im Kooperationsprojekt Forum KITA-Entwicklung von der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ und der Robert Bosch Stiftung sollen Menschen aus verschiedenen relevanten Gruppen der frühen Bildung miteinander ins Gespräch kommen, ihre Perspektiven erweitern und sich voneinander inspirieren lassen. Dazu hatten am 21. und 22. September 50 Personen aus Kita- und Schulentwicklung Gelegenheit, beginnend mit einer Keynote von Prof. Dr. Petra Strehmel, der Expertin für Personal- und Organisationsentwicklung im System der Kindertagesbetreuung.

Wie sieht Organisationsentwicklung in der Kita aus?

Schulentwicklungsthemen sind öffentlich präsent: Vom deutschen Schulpreis bis hin zum Twitter-Lehrerzimmer. Aber auch im Bereich Kita gibt es genügend Anlässe für Organisationsentwicklungsprozesse: Diese reichen von neuen Konzepten oder Konflikten über neue gesetzliche oder behördliche Anforderungen bis hin zur Zusammenlegungen von Einrichtungen und Trägern oder der Corona-Pandemie. Laut Prof. Dr. Strehmel werden solche Prozesse aber nicht immer als Organisationsentwicklung wahrgenommen und häufig auch unzureichend dokumentiert, so dass andere nicht aus den konkreten Erfahrungen lernen können.

Hier konnte das Fachforum nun ein Stück weit Abhilfe schaffen. Anhand konkreter Praxisbeispiele aus der Kita- und Schulentwicklung diskutierten die Teilnehmenden, unter welchen Bedingungen die Organisationsentwicklungsprozesse am besten gelingen können. Dabei gibt es in beiden Bereichen Überschneidungen: Sowohl für die Organisationsentwicklung von Schulen als auch für die der Kitas zählen vor allem das Vertrauen und die Sicherheit der Mitarbeitenden, die Art der Führung, die Beziehungsqualität und Vernetzung zwischen den verschiedenen Prozessbeteiligten sowie benötigte Ressourcen.

Gute Schulentwicklung für besseren Unterricht

In seiner Keynote zum Organisationalen Lernen als zentralem Konzept der Schulentwicklung zeigte der Schulforscher Prof. Dr. Tobias Feldhoff, wie Individuen stellvertretend für die Organisation lernen können, wie Kooperation, Austausch und Partizipation dafür notwendig sind und auch wie diese gefördert werden können durch gezielte Methoden und Strukturen. Dabei verwies Prof. Feldhoff auf Studien, die positive Zusammenhänge zwischen organisationalem Lernen und Unterrichtsqualität sowie der Schulleistung der Kinder zeigen.

Austausch zwischen Kita und Schule bringt weiter

In der abschließenden Diskussion wurden nicht nur viele Gemeinsamkeiten zwischen Schulentwicklung und Kita-Entwicklung deutlich, sondern beide Bereiche bemerkten auch, wie sie voneinander lernen können: Die Kita-Entwicklung könnte vom Know-how und einem Wissensmanagement der Schulentwicklung profitieren, um Veränderungsprozesse bewusst zu gestalten. Die Schulentwicklung sieht wiederum im Kita-Bereich eine größere Leichtigkeit beim Angehen von Veränderungen und einen Vorteil in der dortigen Teamarbeit.

Die Inspiration aus einem benachbarten Bildungsbereich bringt "reichlich Stoff zum Weiterdenken", so das direkte Fazit einer Person. Und zum Schluss sind sich die 50 Teilnehmenden einig: Dieses Treffen wurde als sehr gewinnbringend erlebt und ist ein gelungener Auftakt für den zukünftigen Austausch. Auch das Format wurde positiv bewertet: „Erkenntnis: Digitale Veranstaltungen können richtig gut sein!“. Das Projektteam Forum KITA-Entwicklung versteht dies als Arbeitsauftrag, weitere Veranstaltungen dieser Art zu planen und greift damit die abschließend formulierte Frage auf: „Wie bauen wir hieraus eine Community?“.

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Portrait von Eva Weyer
Autor/in: Eva Weyer

Für mich ist forschendes und entdeckendes Lernen eine Leidenschaft. Seit meinem Studium der Pädagogik beschäftige ich mich damit, wie man institutionalisiertes Lernen besser machen kann – spannender, anwendbarer und mit gleichen Chancen für alle. Ich forsche und lerne selbst gerne und deswegen passt die Arbeit in der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" gut zu mir. Im Team Forschung und Entwicklung bin ich für den Austausch mit Fachleuten aus der Wissenschaft zuständig.

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