KW37: DE liegt international bei Kinderbetreuung vorn

Auf dem Bild sind zwei Mädchen lachend mit einem Hula-Hoop-Reifen in der Hand zu sehen
© Christoph Wehrer/Stiftung Haus der kleinen Forscher
Der wöchentliche Lauf durch die Nachrichten rund um Bildungsthemen.

INTERNATIONAL

OECD veröffentlicht Bericht "Bildung auf einen Blick 2020"

Am Dienstag hat die OECD den jährlichen Bericht "Bildung auf einen Blick 2020" (Education at a Glance 2020) veröffentlicht. Der Bericht zeigt einen Vergleich der Bildungssysteme von 37 OECD-Staaten sowie neun Partnerstaaten. Schwerpunktthema des diesjährigen Berichts ist die berufliche Bildung. KMK-Präsidentin und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig: "Die Kultusministerkonferenz hat es sich zum Ziel gemacht, die berufliche Bildung auch in Zukunft als attraktive und erfolgsversprechende Bildungsoption weiter auszubauen. Denn wir brauchen gut ausgebildete Fachkräfte für die Zukunft unseres Landes. Deshalb werden wir die Qualität der beruflichen Schulen weiterentwickeln, indem wir intensiv zusammenarbeiten, die Digitalisierung weiter vorantreiben und in die Aus- und Fortbildung unserer Lehrkräfte investieren. Mit Blick auf die Ergebnisse des Berichts freut es mich natürlich besonders, dass wir Fortschritte im MINT-Bereich machen. In keinem anderen Land ist ein Abschluss in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik so beliebt wie in Deutschland. Das ist ein Weg, den wir unbedingt weitergehen müssen."

OECD

Erfolgsstory Kita-Ausbau – OECD lobt Deutschland

Deutschland steht im internationalen Vergleich bei der Kinderbetreuung gut da, lobt die OECD. Allerdings gibt es auch Kritik. Noch immer fehle es an Kita-Plätzen. Auch die Zahl und die Qualifizierung der Erzieherinnen und Erzieher lassen vielfach zu wünschen übrig. Dennoch: Im internationalen Vergleich liegt Deutschland bei der Kinderbetreuung inzwischen ganz weit vorn, lobt die OECD. Sehr viele Länder haben demnach in den vergangenen Jahren Kitas ausgebaut und das Angebot für unter Dreijährige erhöht. 2018 besuchten in Deutschland bereits 41 Prozent der Einjährigen Krippen oder Kitas – das liegt deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 34 Prozent. Bei den Zweijährigen waren es 67 Prozent – auch dieser Wert liegt gut ein Fünftel über dem OECD-Durchschnitt. "In diesem Bildungsbereich hat sich in Deutschland in den letzten 20 Jahren am meisten getan", lobte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher bei der Vorstellung des jüngsten Bildungsberichts der Industrieländerorganisation. Das sei zentral, denn "frühkindliche Bildung ist das Fundament für den Erfolg und die Chancengerechtigkeit." In vielen OECD-Ländern gibt es mindestens ein oder zwei Jahre vor der Einschulung einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Und damit auch auf Förderung. In Deutschland gilt der Rechtsanspruch mittlerweile ab dem ersten Geburtstag. Von den Drei- bis Fünfjährigen nahmen 2018 schon 94 Prozent an Vorschulbildungsangeboten teil gegenüber 88 Prozent im Durchschnitt der OECD-Länder.

Handelsblatt

Weltweite Umfrage von Save the Children – Pandemie vergrößert Kluft zwischen Arm und Reich

Die COVID-19-Pandemie hat verheerende Auswirkungen auf die Bildung von Kindern aus armen Verhältnissen und vergrößert die Kluft sowohl zwischen Arm und Reich als auch zwischen Mädchen und Jungen. Das ergibt eine weltweite Umfrage der Kinderrechtsorganisation Save the Children unter mehr als 25.000 Kindern und Erwachsenen in 37 Ländern. Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Umfrage sind: Zwei Drittel der Kinder hatten während der Lockdowns überhaupt keinen Kontakt zu Lehrkräften; acht von zehn Kindern sagten, seit der Schließung der Schule wenig oder nichts gelernt zu haben. 63% der Mädchen müssen häufiger als früher Arbeiten im Haushalt verrichten, im Vergleich zu 43% der Jungen. 93% der Haushalte, die durch die Pandemie mehr als die Hälfte ihres Einkommens verloren haben, berichteten über Schwierigkeiten beim Zugang zu Gesundheitsdiensten. Mehr Investitionen in Bildung, Gesundheit und Ernährung, psychische Gesundheitsdienste und soziale Sicherheitsnetze sind dringend erforderlich: "Wir müssen dafür sorgen, dass nicht die Kinder den höchsten Preis für die Pandemie bezahlen", sagt Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland. Save the Children fordert Regierungen auf, allen Kindern qualitativ hochwertigen Fernunterricht zu ermöglichen, Nachholkurse anzubieten und auch nach den Schulöffnungen allen Kindern den Zugang zum Lernen zu gewährleisten. Save the Children befragte 8.069 Kinder zwischen 11 und 17 Jahren und 17.565 Erwachsene in 37 Ländern. Die Umfragen erfolgten online und telefonisch.

Save the Children

BUNDESWEIT

Erzieherinnen und Erziehern fehlt Aussicht auf beruflichen Aufstieg

Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion, die dem Handelsblatt vorliegt, zeigt: wenn es um Karriereperspektiven und Entwicklungschancen von Erzieherinnen und Erziehern geht, besteht ein massiver Nachholbedarf. Demnach ist festzustellen, "dass aus der Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsangeboten eher selten Gehaltsverbesserungen oder Aufstiegsmöglichkeiten resultieren, was bereits im Vorfeld als ein Hindernis für die Teilnahme angesehen werden kann, insbesondere auch von geringer Qualifizierten." Der kinder- und jugendpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Matthias Seestern-Pauly, forderte: "Wir müssen die Arbeitsbedingungen in der Kinderbetreuung endlich grundlegend verbessern und die Professionalisierung des Berufsfeldes weiter vorantreiben. Wenn Erzieherinnen und Erzieher sich engagieren und fortbilden, dann muss das auch honoriert werden." Hier sei ein Richtungswechsel nötig, sonst werde sich der schon jetzt eklatante Fachkräftemangel noch weiter verschärfen. In der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der FDP-Fraktion wird auf eine OECD-Studie aus dem Jahr 2019 verwiesen, nach der in Deutschland im Vergleich mit den anderen untersuchten Staaten die geringsten Barrieren für eine Teilnahme an Fortbildungsangeboten bestehen. Fort- und Weiterbildung werden demnach besonders stark gefördert, zum Beispiel durch Freistellung von der Arbeit oder Kostenübernahme durch Arbeitgeber. Gruppenkräfte nannten als häufigste Hürden für Fort- und Weiterbildung das Fehlen passender Angebote (58 Prozent der Befragten), die Kosten für die Teilnahme (40 Prozent) und die Annahme, dass eine Weiterbildungsteilnahme nicht einkommensrelevant sei (38 Prozent). Daten zu "zertifizierten Zusatzqualifikationen" liegen demnach aber nicht vor, durch die "föderale Grundordnung", wonach die Ausbildung von Fachkräften in der frühen Bildung den Ländern obliege.

Handelsblatt

Aktuelle Entwicklung in der digitalen Schulbildung diskutiert

In seiner 59. Sitzung hat der Ausschuss Digitale Agenda mit einem Vertreterinnen und Vertretern vom BMBF über aktuelle Entwicklungen in der digitalen Schulbildung in Zeiten der Corona-Pandemie diskutiert. Fast sieben Milliarden Euro seien für die Digitalisierung im Bildungssektor von Seiten des Bundes zur Verfügung gestellt worden, führte er aus. Auf der einen Seite habe die Pandemie wie ein Turbo gewirkt, was die Notwendigkeit der Digitalisierung anbelange, und die Akzeptanz gesteigert, diese in den veränderten Schulalltag einzubeziehen. Auf der anderen Seite habe Corona wie unter einem Brennglas die Schwächen in der Frage der Anbindung von Schulen und der Nutzung von digitalen Möglichkeiten offenbart. Bis die ersten Digitalpakt-Anträge gestellt wurden, habe es etwas gedauert und die Entwicklung sei in den Bundesländern "sehr unterschiedlich", sagte der BMBF-Vertreter. Alle Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen betonten, dass die Digitalisierung in den Schulen weiter am Anfang stehe. Sie thematisierten insbesondere den mangelhaften Mittelabfluss und die Abstimmungsprozesse zwischen Bund und Ländern.

Bundestag
Portrait von Anna Lenke
Autor/in: Anna Lenke

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstütze ich das Team Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation u.a. mit dem wöchentlichen Nachrichtenmonitoring und dem Pressespiegel. Während meines dualen Studiums in Bielefeld habe ich bereits erste Kommunikationserfahrungen sammeln können. Mir macht die Arbeit im bildungspolitischen Umfeld sehr viel Spaß und ich freue mich auf die kommenden Zeiten in der Stiftung.

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