KW13: Geschlechterstereotype reduzieren?

Auf dem Bild sieht man ein Mädchen und zwei Jungen, wie sie Magnete betrachten
© Christoph Wehrer/ Stiftung Haus der kleinen Forscher
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BUNDESWEIT

Digitalpakt-Mittel dürfen jetzt auch für Online-Plattformen ausgegeben werden

Aus dem Digitalpakt Schule sollen 100 Millionen Euro kurzfristig für den Auf- und Ausbau von Online-Lernplattformen bereitgestellt werden. Darauf haben sich die Länder und das Bundesbildungsministerium am Donnerstag geeinigt. "Mit diesen Mitteln können die Länder den schnellen Aufbau der Infrastruktur und die Ausweitung des digitalen Unterrichts in Zeiten bundesweit geschlossener Schulen umsetzen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Kultusministerkonferenz (KMK) und des Bundesbildungsministeriums. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erklärte, digitales Lernen und Lehren sei in diesen Tagen eine gute Möglichkeit, für Schülerinnen und Schüler Unterrichtsausfälle abzufedern. "Diese Formen des Unterrichts sollen jetzt zügig stark ausgeweitet werden. Deshalb werden wir kurzfristig Gelder aus dem Digitalpakt Schule bereitstellen."

Bundesministerium für Bildung und Forschung

MINT-Berufe – Workshops mit Rollenvorbildern können Geschlechterstereotype reduzieren

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien) untersucht, inwieweit Berufswünsche, Interessen und selbsteingeschätzte Fähigkeiten von Mädchen in den MINT-Fächern mit geschlechterspezifischen Vorurteilen zusammenhängen. Die Studie basiert auf einer Befragung von rund 250 Schülerinnen und Schülern im Alter von 12 bis 14 Jahren an Wiener Schulen. Geschlechterstereotype Denkweisen können dazu führen, dass Mädchen weniger mit MINT-Themen in Berührung kommen als Jungen. Doch das Potential, stereotype Denkweisen zu ändern, scheint groß: Bereits ein halbtägiger Berufsorientierungsworkshops, in dem Schülerinnen und Schüler mit insbesondere weiblichen Rollenvorbildern konfrontiert werden und an Erfindungen arbeiten, zeigt nachhaltige Effekte. Noch mehrere Wochen nach dem Workshop lag die Zustimmung zu geschlechterstereotypen Aussagen bei Jungen um 7,7% niedriger als vor dem Workshop. Bei Mädchen sank die Zustimmungsrate um 4,7%. "Das Potential für Maßnahmen, die Mädchen für MINT-Berufe interessieren sollen, ist also groß", so Julia Schmieder, Forschungsgruppe Gender Economics. "Wenn man die Kürze des untersuchten Programms bedenkt, ist der Effekt umso bemerkenswerter – durch eine wiederholte Konfrontation der Schülerinnen und Schüler mit Rollenvorbildern könnte man also noch weitaus mehr bewirken. Dabei dürfen die Eltern jedoch nicht außen vorgelassen werden. Auch bei ihnen sollten geschlechterstereotype Denkweisen in den Blick genommen werden, damit sie diese gar nicht erst an ihre Kinder weitergeben."

Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
Portrait von Anna Lenke
Autor/in: Anna Lenke

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstütze ich das Team Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation u.a. mit dem wöchentlichen Nachrichtenmonitoring und dem Pressespiegel. Während meines dualen Studiums in Bielefeld habe ich bereits erste Kommunikationserfahrungen sammeln können. Mir macht die Arbeit im bildungspolitischen Umfeld sehr viel Spaß und ich freue mich auf die kommenden Zeiten in der Stiftung.

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