Fachkräftemangel und Gender-Gap in der Informatik

Ein Kind experimentiert mit Bausteinen.
© Stiftung Haus der kleinen Forscher/Christoph Wehrer

BUNDESWEIT

Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2022

Ab August 2029 hat jedes Grundschulkind in Deutschland einen Anspruch auf Ganztagsförderung. Für die Umsetzung des Rechtsanspruchs braucht es pädagogische Fachkräfte, doch diese werden fehlen. Das geht aus dem kürzlich veröffentlichten "Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2022" der Bertelsmann Stiftung hervor. Für eine gute Ganztagsförderung werden bis 2030 über 100.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt, so die Prognose. Davon fallen allein 76.000 Fachkräfte auf die westdeutschen Bundesländer. Derzeit liegt die Betreuungsquote im Ganztag dort bei nur 47 Prozent. Hingegen die ostdeutschen Bundesländer gewährleisten schon jetzt für rund 83 Prozent der Grundschulkinder eine ganztägige Betreuung. Allerdings appelliert die Bertelsmann Stiftung für eine bessere Personalausstattung im Osten. Während westdeutsche Bundesländer zunächst daran arbeiten müssen den Rechtsanspruch flächendeckend zu gewährleisten, muss im Osten die personelle Situation verbessert werden. Zwar werden für die Personalausstattung keine bundeseinheitlichen Standards festgelegt, doch die Unterschiede sind enorm: Der Personenschlüssel in Horten in Westdeutschland liegt bei eins zu sechs, während dieser im Osten bei eins zu 14 liegt. An Daten im schulischen Ganztag mangelt es bislang, doch auch hier sind Unterschiede wahrscheinlich. Für Anette Stein, Expertin für frühkindliche Bildung der Bertelsmann Stiftung, steht fest: Eine langfristig angelegte Fachkräfteoffensive von Bund und Ländern muss her, um ausreichend und gut qualifizierte pädagogische Fachkräfte zu gewinnen.

Bertelsmann Stiftung

IQB-Bildungstrend 2022: Gesunkene Leistungen in der Grundschule

Die Leistungen von Viertklässlerinnen und Viertklässlern in den Fächern Mathe und Deutsch sind gesunken. Das geht aus einer Vorabauswertung des dritten IQB-Bildungstrends hervor. Im Rahmen des IQB-Bildungstrends untersucht das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) regelmäßig im Auftrag der Kultusministerkonferenz ob im Primar- und Sekundarbereich die bundesweit geltenden Bildungsstandards erreicht werden. Für die Grundschülerinnen und Grundschüler kristallisiert sich ein signifikanter Leistungsabfall im Vergleich zu den letzten Erhebungen zwischen 2011 und 2016 heraus. Professorin Petra Stanat, die wissenschaftliche Leiterin des IQB, führt die deutlich geringeren Leistungen auch auf die pandemiebedingten Einschränkungen der letzten Jahre zurück. Alarmierend ist zudem, dass sich soziale Ungleichheiten in den Leistungen der Schülerinnen und Schüler widerspiegeln. So sind Leistungsrückstände besonders bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien und Familien mit Zuwanderungsgeschichte zu beobachten. Das hebt einmal mehr die Bedeutung von schulischem Lernen für die Bildungsgerechtigkeit hervor, betont Karin Prien, die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein.

bildungsklick

Der IQB-Bildungstrend: Dem Abwärtstrend von Schulleistungen begegnen

Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends sind alarmierend. Der Anteil der Grundschulkinder, die nicht die bundesweiten Mindeststandards erreichen, hat sich seit 2011 verdoppelt. Für rund 22 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler waren die Anforderungen in Mathe und fast jedes fünfte Kind kann nicht richtig lesen. Vier Menschen aus der Praxis stellen für DIE ZEIT Lösungsansätze und kreative Ideen vor, um den Abwärtstrend aufzuhalten. Von Lesezeiten, die in Grundschulen im wahrsten Sinne des Wortes „eingeläutet“ werden, bis hin zur mathematischen Förderung, die viel mehr ist als eins und eins zusammenzählen und darüber, was Yoga mit Schulleistungen zu tun hat, berichten eine Deutschlehrerin, eine Professorin, eine Schulleiterin sowie der Leiter eines Familienzentrums an einer Grundschule.

DIE ZEIT

Dem Gender-Gap in der Informatik früh begegnen

An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Bundesweiten Informatikwettbewerb (BWINF) nehmen immer weniger Mädchen und Frauen teil. Das zeigt eine Studie, die der BWINF in Auftrag gegeben hat. Hierfür wurden mehr als 3.000 Personen im Alter von 10 bis 21 Jahren nach den Gründen für die nachlassende Mädchenbeteiligung am Wettbewerb befragt. Es konnte herausgefunden werden, dass bei Jungen das Interesse an Informatik mit zunehmendem Alter steigt, sinkt es bei Mädchen. Grund dafür ist das soziale Selbstbild von Mädchen, das im Konflikt mit ihrem Informatik-Interesse steht. Negative Stereotypisierungen in der Informatik haben auf Mädchen einen stärkeren Einfluss. Zudem fehlt es Mädchen und jungen Frauen Bezugspersonen und einer sozialen Gemeinschaft im Informatikbereich. Diesem Trend muss früh begegnet werden. Dr. Wolfgang Pohl, der Geschäftsführer der Bundesweiten Informatikwettbewerbe, betont die Bedeutung frühkindlicher Bildung im Informatik-Bereich. Und dafür braucht es neben der Schule auch außerschulische und schulübergreifende Angebote, um Mädchen zu fördern, zu vernetzen und für Informatik zu begeistern. Auch Dr. Jens Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, betont die Notwendigkeit MINT-Kompetenzen entlang der gesamten Bildungskette, bereits ab der Kita, zu fördern. Brandenburg verweist dabei auf den in diesem Jahr vorgestellten MINT-Aktionsplan 2.0, mit dem in der MINT-Förderung neue Impulse gesetzt werden.

bildungsklick

BERLIN

Berliner Lehrkräfte erstmals seit 2004 wieder verbeamtet

Feierlich wurden an diesem Donnerstag rund 220 Berliner Lehrkräften ihre Verbeamtungsurkunde verliehen. Nach fast 20 Jahren Unterbrechung wurden nun zunächst jene Lehrkräfte verbeamtet, die neu in den Schuldienst eingestiegen sind. Berlin hatte 2004 die Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern abgeschafft und hielt als einziges Bundesland daran fest. Die Wiederaufnahme der Verbeamtung wurde groß gefeiert, was sich auch die Berliner Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) nicht entgehen ließ.

Der Tagesspiegel

Schleswig-Holstein

Fachkräftemangel in Schleswig-Holsteiner Kitas

Jede zweite Kita in Schleswig-Holstein muss ihre Öffnungszeiten kürzen, da Personal fehlt. Im vergangenen Jahr trat in Schleswig Holstein das KiTa-Reform-Gesetz in Kraft, mit dem unter anderem der Fachkraft-Kind-Schlüssels von 1,5 auf 2,0 Fachkräfte angehoben wurde. Für die angestrebte Qualitätsverbesserung reichen jedoch die Fachkräfte nicht aus, so die Vorsitzende der Vereinigung der Kitaleitungen für Schleswig-Holstein, Christina Künne. Wenn auch Zeitarbeitsfirmen die Lücken nicht mehr stopfen können, bleibt nur die Öffnungszeiten zu verkürzen.

NDR
Portrait von Winona von Vlahovits
Autor/in: Winona von Vlahovits

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ bin ich Volontärin für den Bereich Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation.
Als Masterabsolventin der Politischen Kommunikation finde ich es spannend, auf die gesellschaftliche Relevanz von guter früher Bildung aufmerksam zu machen. An einem perfekten Wochenende erkunde ich entweder das Berliner Umland oder Ausstellungen und am Sonntag gibt es Lasagne.

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