Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends schlagen Wellen

Kinder lernen in einem Klassenraum in einer Grundschule
© Christoph Wehrer / Stiftung Haus der kleinen Forscher

BUNDESWEIT

Unterrichtszeit ist nicht gleich Arbeitszeit

Bob Blume, Lehrer, Blogger und Bildungsinfluencer, räumt mit Irrtümern über die Arbeitszeit von Lehrerinnen und Lehrern auf. Die Vorstellung, dass die Unterrichtszeit von Lehrkräften gleich ihrer Arbeitszeit ist, ist weit verbreitet. Dass Unterricht vor- und nachbereitet werden muss, Elterngespräche geführt, Konferenzen besucht und Schulfeste nebenbei organisiert werden müssen, wird dabei oft vergessen. Warum sich das Image des Lehrerberufs als „Halbtagsjob“ manifestiert hat und wie wir es wieder loswerden, darüber schreibt Bob Blume im Deutschen Schulportal.

Das Deutsche Schulportal

Girls-Day macht MINT interessant

Welche Wirkung hat der Girls-Day? Das hat die Girls-Day-Wirkungsstudie 2022 untersucht und dafür über 5000 Girls’Day-Teilnehmerinnen ab elf Jahren befragt. Ein Ergebnis der Studie: Der Girls-Day macht MINT-Karrieren für Mädchen und junge Frauen attraktiver. So konnten sich vor der Teilnahme am Girls-Day nur 12 Prozent der Schülerinnen einen Bildungs- oder Berufsweg im IT-Bereich vorstellen. Nach der Teilnahme waren es 21 Prozent. Die Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger zeigt sich erfreut über die Ergebnisse: „Das ist eine große Chance für sie und auch für uns als Gesellschaft. Wir können auf das Potenzial von Mädchen und jungen Frauen gerade in diesem Bereich (MINT) nicht verzichten“.

Girls-Day

Bundesfamilienministerin über „Mental Coaches“ an Schulen und die Kindergrundsicherung

Die Bundesfamilienministerin Lisa Paus zeigt sich besorgt über die Ergebnisse des dritten IQB-Bildungstrends 2021. Besonders seit der Corona-Pandemie sei das Wohlergehen der Kinder nicht ausreichend berücksichtigt worden. Paus plant ein Programm, das „Mental Coaches“ ausbildet, die direkt in den Schulen mit Kindern und Jugendlichen über ihre Ängste und Sorgen sprechen. Weiterhin plant das Bundesfamilienministerium die Einführung einer Kindergrundsicherung ab 2025.

Presseportal

Psychische Gesundheit im Bildungssystem

In einer gemeinsamen Erklärung fordern unter anderem das Deutsche Kinderhilfswerk und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Leitenden Klinikärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen stärker im Bildungssystem zu berücksichtigen. Durch die Corona-Pandemie wurde deutlich, dass Bildungsorte nicht ausreichend mit Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendpsychiaterinnen ausgestattet sind. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme mahnen die Beteiligten Kitas und Schulen für die nächsten Corona-Wellen vorzubereiten, damit diese als Lern- und Lebensorte der Kinder geöffnet bleiben.

Bildungsklick

BADEN-WÜRTTEMBERG

Ausnahmeregelung bereitet den Weg für größere Kita-Gruppen

Der Kultus-Staatssekretär Volker Schebesta (CDU) reagiert auf die Forderung aus Gemeinde-, Städte- und Landkreistag, Ausnahmen bei der Kita-Gruppengröße zuzulassen. Durch den anhaltenden Fachkräftemangel könnten bisherige Standards und ein Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz nicht mehr gewährleistet werden. Nun hat das Kultusministerium eine Verordnung vorgelegt, die eine Erhöhung der maximalen Gruppenstärke vorsieht. Eine solche Sonderregelung hatte es bereits für die Corona-Zeit gegeben. Die jetzige Verordnung soll auf das laufende Kita-Jahr begrenzt sein.

Süddeutsche Zeitung

Trotz Lehrkräftemangel keine Abstriche bei Bildungszielen

Der Leistungsabfall von Grundschulkindern, der aus dem kürzlich veröffentlichten IQB Bildungstrend abzulesen ist, könne nicht allein auf den Lehrkräftemangel zurückgeführt werden, so Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Kretschmann will daher weiter an den Bildungszielen festhalten. Der Verband Bildung und Erziehung mahnt indessen den Lehrkräftemangel ernst zu nehmen, der sich mit einer Pensionswelle bis 2025 weiter verschärfen wird.

DIE ZEIT

NORDRHEIN-WESTFALEN

Einsatz digitaler Medien im Unterricht: Gutachten kritisiert Digitalisierungsstrategie

Was passiert mit Schülern und Lehrkräften beim Einsatz digitaler Medien? Im Auftrag des nordrhein-westfälischen Philologenverbandes hat der Heidelberger Professor Karl-Heinz Dammer ein Gutachten zur Digitalisierungsstrategie des Landes verfasst. Darin stellt Dammer die Vermutung an, dass die Digitalisierung zu einer Verschärfung der Bildungsungerechtigkeit führen könne. Der nordrhein-westfälische Philologenverband kritisiert, dass die Lehrerverbände nicht in die Entwicklung des Impulspapiers II „Bildung in der digitalen Welt“ des Landes einbezogen wurden. Der Verband plädiert für eine offene wissenschaftliche Begleitung, die auch die Grenzen der Digitalisierung aufzeigt. Digitale Medien dürften nicht nur als „Vermittlungsinstrumente“ verstanden werden, sondern müssten im Unterricht kritisch reflektiert werden.

FAZ

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Debatte um Kita-Pflichtjahr

Karin Prien, die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, hat sich für ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr für Kinder mit Sprachdefiziten ausgesprochen. Ihr Vorstoß war nicht mit der für Kitas zuständigen Sozialministerin Aminata Touré abgestimmt. Diese unterstütze Priens Idee nicht. Auch in der Opposition stieß Prien auf Kritik. Für eine Kita-Pflicht fehlten die Grundvoraussetzungen. Die Sprachförderung in Kitas sei finanziell nicht abgesichert, nachdem das Bundesfamilienministerium den Finanzierungsstopp des Bundesprogramms „Sprach-Kitas“ angekündigt hatte. Der FDP-Fraktionschef Christopher Vogt sprach von „blanken Hohn“ gegenüber Familien, die seit Monaten auf einen Kita-Platz warten.

DIE ZEIT

IQB-Bildungstrend 2021: Stellungnahme von Prien gefordert

Der kürzlich veröffentlichte IQB-Bildungstrend 2021 verzeichnet einen im Bundesvergleich stärkeren Leistungsrückgang von Grundschulkindern im Norden des Landes. Mit Blick auf die Ergebnisse fordern nun SPD, FDP und den Südschleswigsche Wählerverband (SSW) von Schleswig-Holstein, eine Stellungnahme der Bildungsministerin Karin Prien. Schleswig-Holstein war eines von sechs Ländern, in dem zudem eine signifikante Verstärkung sozialer Ungleichheit festgestellt wurde. Die Ministerin und Koalitionsfraktionen müssten nun Lösungsansätze liefern, heißt es aus der Opposition.

Süddeutsche Zeitung
Portrait von Winona von Vlahovits
Autor/in: Winona von Vlahovits

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ bin ich Volontärin für den Bereich Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation.
Als Masterabsolventin der Politischen Kommunikation finde ich es spannend, auf die gesellschaftliche Relevanz von guter früher Bildung aufmerksam zu machen. An einem perfekten Wochenende erkunde ich entweder das Berliner Umland oder Ausstellungen und am Sonntag gibt es Lasagne.

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