Wir haben keine(n) Wa(h)l

Ein Wal auf einem Pappschild im Meer aus Müll
© Stiftung "Haus der kleinen Forscher"
Botschaften von Mitarbeitenden im "Haus der kleinen Forscher" für mehr Klimaschutz

Am Freitag, den 20. September 2019, war ich mit Kolleginnen und Kollegen der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" auf der bisher größten globalen Demonstration für mehr Klimaschutz. Warum die Klimakrise uns alle angeht und wie wir in der Stiftung bereits nachhaltig arbeiten erkläre ich hier im Blogbeitrag.

Im Gefolge eines Wals im Meer aus Müll (siehe Bild) liefen wir am Freitag durch Berlins Straßen – zusammen mit etwa 270.000 anderen Demonstrierenden. Als #KleineForscherFürsKlima sind wir damit Teil einer globalen Bewegung: Auf der ganzen Welt schlossen sich etwa 4 Millionen Menschen auf allen Kontinenten den bisher größten Klimaprotesten an, davon allein 1,4 Millionen in 575 Städten in Deutschland. Gefolgt waren wir dabei dem Aufruf #AlleFürsKlima von Fridays for Future.

Das Haus brennt

Seit Monaten gehen Kinder und Jugendliche der Fridays for Future-Bewegung freitags nicht zur Schule, um sich dafür einzusetzen, dass das Klima geschützt wird und sie selbst eine lebenswerte Zukunft haben können. Ihre Forderung: Die Einhaltung eines internationalen Abkommens, die Pariser Klimaziele.

Diese Forderung ist dringend, denn im Moment steigen sowohl CO²- Emissionen als auch die durchschnittlichen Temperaturen weiterhin, statt zu sinken. 

Aus den Nachrichten wissen wir, dass die Klimakrise bereits jetzt in vollem Gange ist:  Artensterben, zunehmende Wetterextreme und verschwindende Landmassen bei steigendem Meeresspiegel, Dürreperioden in den ohnehin ärmsten Ländern der Welt – um nur einige Folgen des menschengemachten Klimawandels zu nennen. Auch in Berlin und Umgebung müssen wir uns in den letzten Jahren an Hitze, Dürre, Stürme und Starkregen gewöhnen – obwohl wir von den Folgen noch weit weniger betroffen sind als viele andere Regionen.

Klimagerechtigkeit

"What do we want?" "Climate justice!" rufen die Demonstrierenden am 20. September. Sie sprechen damit einen besonders wunden Punkt an: Im Moment haben durchschnittlich genau die Menschen und Länder am meisten unter der Erderwärmung zu leiden, die sie am wenigsten verursachen. Das ist ungerecht. Es ist daher besonders Aufgabe der reichen Industrienationen, ihre Wirtschaftsweise umzustellen, so dass sie klimaneutral wird.

Warum wir demonstrieren

Wir leben in einer Zeit und an einem Ort, wo wir so viele Möglichkeiten haben, wie noch nie. Ich kann fast überall hin reisen, mich übers Internet mit Menschen überall vernetzen und über einen kleinen Computer in meiner Hosentasche auf das geballte Weltwissen zugreifen. Aber gleichzeitig leben wir in einer Zeit, in der wichtige Weichen für die Zukunft der gesamten Menschheit bewusst gestellt werden. Mich beeindrucken unsere Chancen und erschrecken unsere Herausforderungen gleichermaßen. Um ihnen gewachsen zu sein, müssen wir informiert darüber sein, welche Auswirklungen unser Handeln hat. Aber vereinzelt können wir wenig bewirken, wir müssen uns zusammentun. Daher bin ich froh, in einer Stiftung zu arbeiten, in der wir uns gemeinsam für eine gute Zukunft für künftige Generationen engagieren.

"What do we want?" – "Climate justice!"

Ruf der Demonstrierenden in Berlin

Die Stiftung arbeitet an MINT-Bildung für nachhaltige Entwicklung. Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder die Kompetenzen erwerben, die sie brauchen, um die Zukunft gestalten zu können. Eine Zukunft, von der wir jetzt noch nicht wissen können, wie sie aussieht. Aber wir wissen, dass unser Umgang mit dem Klima jetzt große Auswirkungen auf die Zukunft dieser Kinder haben wird. Deshalb versucht die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" auch selbst immer klimaschonender zu werden. Zum Beispiel gibt es bei unseren Veranstaltungen nur noch vegetarisches Essen, wir legen beim Einkauf Wert auf nachhaltige Produkte und geben uns immer wieder gegenseitig Tipps zu nachhaltigem Alltagshandeln.

Die schlimmsten Folgen der Klimakrise können wir jedoch nur abwenden, wenn wir jetzt als Gesellschaft in größerem Maßstab handeln, zum Beispiel mit einer Energie- und Verkehrswende. Denn die Kinder von heute werden als zukünftige Erwachsene die Fehler, die wir heute machen, nicht rückgängig machen können.

Wir brauchen nachhaltige Entwicklung schon jetzt. Deshalb setze ich mich neben der Stiftungsarbeit auch für die Klimabewegung ein.

Portrait von Eva Weyer
Autor/in: Eva Weyer

Für mich ist forschendes und entdeckendes Lernen eine Leidenschaft. Seit meinem Studium der Pädagogik beschäftige ich mich damit, wie man institutionalisiertes Lernen besser machen kann – spannender, anwendbarer und mit gleichen Chancen für alle. Ich forsche und lerne selbst gerne und deswegen passt die Arbeit in der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" gut zu mir. Im Team Forschung und Entwicklung bin ich für den Austausch mit Fachleuten aus der Wissenschaft zuständig.

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