Sackgassen ins Unbekannte

Ein Pfeil zeigt den Weg vorwärts an.
© Ivana Turanova
Wohin führt der Weg? - Immer weiter!

Ich dachte immer, ich bin nicht besonders begabt im Schreiben. Aufsätze oder Geschichten zu schreiben war schon in der Schule nie meine Lieblingsaufgabe. ABER: Gerade deswegen möchte ich mich dieser Herausforderung stellen und mit dem Bloggen anfangen. Als ein persönliches Experiment.

Das Thema, worüber ich schreiben möchte, bietet so einiges an: Digitalisierung. Oder digitale Weiterentwicklung. Oder sogar digitale Transformation. Alleine über den Begriff könnte man Bücher schreiben. Aber anstatt hier eine Polemik über Begrifflichkeiten zu führen, möchte ich Euch einen Einblick in den Alltag einer erfolgreichen Stiftung geben. Ich möchte mit Euch unseren Weg teilen, den wir gehen, um auch in einer zunehmend digitalisierten Welt erfolgreich zu bleiben.

Digitalisierung – erst jetzt entdeckt?!

Natürlich fangen wir nicht bei null an. Als die größte frühkindliche Bildungsinitiative Deutschlands haben wir Neugierde, Lust auf Neues und Freude an Forschen und Experimentieren praktisch in der DNA der Organisation. Das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für jede Veränderung. Egal ob digital oder analog. Digitale Tools und Homeoffice-Möglichkeiten gehören zu unserem Arbeitsalltag, wir bieten sogar Online-Kurse und Webinare für unsere Trainerinnen und Trainer sowie pädagogische Fach- und Lehrkräfte an. Aber reicht das, um auch künftig in dieser schnelllebigen Welt Vorbild und Vorreiter zu bleiben? Zu den besten zu gehören? Wie müssen wir uns selbst verändern, wenn wir die Pädagoginnen und Pädagogen dabei unterstützen möchten, Kinder auf eine zunehmend digitalisierte Welt vorzubereiten?

Genau diese Fragen haben uns im vergangenen Herbst intensiv beschäftig. Eine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen, hat sogar den offiziellen Auftrag bekommen, eine Digitalstrategie zu erarbeiten. Eine Reihe von Sitzungen, Workshops, Recherchen und Expertengesprächen führen dann im Frühjahr zum Ergebnis: Unser Stiftungsrat verabschiedete die Strategie für eine digitalisierte Welt:

Wir möchten pädagogischen Fachkräften individuelle und wirkungsvolle Lernpfade ermöglichen, indem wir das Beste aus den beiden Welten „Digitale Angebote & Services“ und „Präsenzfortbildungen“ zu einem größeren Ganzen für sie vereinen.

Strategie steht. Wie weiter?

An dieser Stelle fing meine persönliche Digitalreise in der Stiftung an. Unsere Digitalstrategie umfasst sieben Handlungsfelder. Und ich habe die Ehre, ein interdisziplinäres Team zu leiten, welches mit der Umsetzungsplanung der Digitalstrategie beauftragt wurde.

Unser Start war recht holprig. Als wir uns alle das erste Mal in einem Kick-Off Workshop zusammen trafen, wusste keiner so richtig, was unser Auftrag ist. Interdisziplinäres Team heißt nämlich auch unterschiedliches Verständnis vor Aufgaben und zentralen Begrifflichkeiten, unterschiedliches Vorwissen, unterschiedliche Erwartungen usw. Und dass ich als Projektleitung von den meisten Fachthemen kaum Ahnung hatte, war manchmal förderlich, oft aber auch hinderlich. Wie soll man den Weg zeigen, wenn man ihn selbst noch nie gegangen ist und dabei noch anderen Kolleginnen und Kollegen von diesem (unsicheren) Weg überzeugen?

Zeichnugn einer Zielfindung
© Ivana Turanova
Schwierige Wege können den Blick für Neues schärfen.

Kleine Forscher – große Forscher

Bis jetzt habe ich keine bessere Antwort als: AUSPROBIEREN. Die Herausforderung annehmen, zusammen Ideen sammeln, diskutieren (aber nicht ewig!) und dann den Mut haben, überhaupt einen Weg zu gehen. Und dabei auch bereit sein, in ein paar Sackgassen zu laufen. Denn das passiert, früher oder später (bei uns war es eher früh). Nur aus diesen Sackgassen kann man lernen, bessere Wege zu finden. Dabei muss man sich oft genug Zeit nehmen zu schauen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. Und ob das Ziel immer noch dasselbe ist, als wenn wir losgegangen sind.

Ja, der Weg ist schwierig. Aber er mir persönlich macht er auch viel Spaß. Denn ich lerne dabei viel und verändere mich selbst. Wohin dieser Weg führt, weiß ich selbst noch nicht genau. Ich werde aber berichten. Und mich freuen, wenn Euch dieser Blog etwas Inspiration geben kann, welche Wege oder Sackgassen man zur digitalen Weiterentwicklung in einer Stiftung gehen oder lieber vermeiden kann. Und natürlich freue ich mich auf Eure Meinungen, Ideen und Hinweise – gerne per Mail, LinkedIn oder auch ganz klassisch im persönlichen Austausch.

Wenn mein Plan aufgeht, möchte ich in den künftigen Folgen über folgende Themen schreiben:

  • Auf dem Weg zu verstehen, was wir eigentlich tun und zu vereinbaren, wie wir zusammenarbeiten
  • Auf dem Weg zu verstehen, was mein persönlicher Beitrag ist
  • Auf dem Weg zu einer wirklich agilen Arbeitsweise
  • Auf dem Weg zu wirklichen Ergebnissen

Bis zum nächsten Mal!

Portrait von Ivana Turanova
Autor/in: Ivana Turanova

Ich bin in der Stiftung als Referentin des Vorstands und Stabsstelle für Organisationsentwicklung tätig und leite aktuell ein Projektteam zur digitalen Weiterentwicklung der Stiftung.

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1 Kommentar
Michael Fritz schrieb am 14.01.2019:

Liebe Ivana, dies ist mein erster Kommentar, den ich zu einem Blog schreibe. Mir geht es also wie Dir: ich weiß auch nicht so recht, auf was ich mich da einlasse, aber ich bin neugierig und verlasse mich darauf, dass diejenigen, die diesen Kommentar lesen, bestenfalls über meinen Beitrag lächeln, mich aber nicht belächeln. Ich glaube, so geht es Kindern andauernd: Sie finden sich in einer Welt wieder, die eigentlich perfekt ist (oder perfekt zu sein scheint), in der "die Anderen" sich souverän bewegen und die "die Erfahrenen" meisterhaft gestalten. Als Stiftung "Haus der kleinen Forscher" wollen wir, dazu beitragen, dass "Menschen in unserer schnell verändernden Welt (...) offen für Neues bleiben." Wir, die MA dieser Stiftung, leben das vor. Insofern sind wir wie Kinder. Mehr noch: Nur wenn wir selbst uns immer wieder in Neues, Unbekanntes wagen, bleiben wir authentisch in und bei unserer Vision und Mission und können diesen Mut, sich auf Neues einzulassen, mit den vielen tausend pädagogischen Fach- und Lehrkräften teilen, für die wir letztlich arbeiten. . Darum beglückwünsche ich Dich zu Deinem Mut, Dich als Projektleiterin in ein neues Feld gewagt zu haben. Und mich beglückwünsche ich dazu, hier zum ersten Mal auf einen Blog geantwortet zu haben. Auf ein neugieriges und mutiges Jahr 2019 im Haus der kleine Forscher freut sich Michael

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