KW25: Gestaffelter Unterrichtsbeginn?

Kinder sitzen auf dem Boden und machen ein Wettrennen mit Fahrzeugen
© Christoph Wehrer/ Stiftung Haus der kleinen Forscher
Der wöchentliche Lauf durch die Nachrichten rund um Bildungsthemen.

BUNDESWEIT

OECD veröffentlicht Empfehlungen, um den Erzieherinnen- und Erziehermangel gegenzusteuern

In vielen Kitas in Deutschland ist die Lage angespannt. Die Gewinnung von Fachkräften im Bereich der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) stellt eine große Herausforderung dar. Eine Analyse der OECD kommt zu dem Schluss, dass dies nicht nur an der schlechten Bezahlung der Erzieherinnen und Erziehern liegt. In dem OECD-Papier bemängeln die Autoren neben Niedriglöhnen ein geringes Ansehen, fehlende Wertschätzung und öffentliche Anerkennung, schlechte Arbeitsbedingungen und begrenzte berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Das führe dazu, dass Personalgewinnung und -bindung in Kitas schwierig sei. Die Studie empfiehlt ein Bündel von Maßnahmen, um langfristig genug Personal in der Kinderbetreuung sicherzustellen. Dafür haben die Experten die Situation in den verschiedenen OECD-Ländern analysiert und Beispiele zusammengetragen, wie erfolgreich gegen den Fachkräftemangel vorgegangen werden kann. Eine Empfehlung: Es müssen verstärkt Männer angeworben werden für Kitas.

OECD

BADEN-WÜRTTEMBERG

Debatte um gestaffelten Unterrichtsbeginn

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) schlägt vor, den Unterricht an Schulen in Baden-Württemberg gestaffelt zu beginnen, um die Straßen am Morgen zu entlasten. Hermann löst damit eine breite Debatte aus. Eltern stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber. Auch der Chef des baden-württembergischen Landeselternbeirates, Carsten Rees, kritisierte den Vorstoß: „Der Minister hat damit nicht primär das Wohl der Kinder im Blick. Das ist ein komplexes Thema, das man sehr sorgfältig behandeln sollte“, so Rees. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) findet eine Entzerrung auch sinnvoll. Sie wolle Überzeugungsarbeit dafür leisten, dass Eltern ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule bringen. Zum späteren Unterrichtsbeginn äußerte sich Eisenmann aber zurückhaltend.

Süddeutsche Zeitung

HESSEN

Digitalisierungsoffensive für Schulen startet

Anlässlich der Landtagsdebatte zur Einbringung des Gesetzes zur „Förderung der digitalen kommunalen Infrastruktur“ betonte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz am Dienstag in Wiesbaden: „Mit der heutigen 1. Lesung geben wir als Landesregierung nun auch offiziell den Startschuss für die Digitalisierungsoffensive an unseren Schulen. Das Gesetz ist Bestandteil unseres Programms ‚Digitale Schule Hessen‘, mit dem wir sie fit für die Zukunft des Lehrens und Lernens machen.“ Die Einbringung als Fraktionsgesetz beschleunige das Gesetzgebungsverfahren erheblich und stelle die entsprechenden Fördermittel zum Auf- und Ausbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen auf eine rechtliche Basis. Das Gesetz ist Ausgangspunkt für die in den kommenden Wochen geplanten Beteiligungsverfahren der einzelnen Interessenvertretungen. Nach Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens im neuen Schuljahr können die Schulen dann ihre Förderanträge einreichen. „Die ersten Anträge wollen wir noch in diesem Jahr bewilligen“, so Lorz.

Hessisches Kultusministerium

NIEDERSACHSEN

Kultusministerium und Johanniter-Unfall-Hilfe unterzeichnen Rahmenvereinbarung:

Am Montag hat das Niedersächsische Kultusministerium mit der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Landesverband Niedersachsen/Bremen eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, um mehr Erfahrungsräume zu schaffen und individuelle Entfaltungsmöglichkeiten in öffentlichen Ganztagsschulen zu fördern. In der Rahmenvereinbarung sind die Grundsätze der Zusammenarbeit bei der Ausgestaltung von außerunterrichtlichen Angeboten in Ganztagsschulen festgeschrieben. „Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern bereichert das ganzheitliche Bildungsangebot unserer Ganztagsschulen“, erklärte der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne. „Schule ist mehr als nur Unterricht. Sie bildet einen wichtigen Grundstein zur Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen“, unterstrich Hannes Wendler, Landesvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V in Niedersachsen und Bremen. „Wir wollen einen Beitrag zur Chancen- und Bildungsgerechtigkeit aller Kinder und Jugendlichen leisten. Als Kooperationspartner freuen wir uns sehr, diese Aufgabe gemeinsam mit dem Kultusministerium in die Hand zu nehmen und die Zukunft der Kinder aktiv mitzugestalten.“

Niedersächsisches Kultusministerium

NORDRHEIN-WESTFALEN

Schulische Inklusion

Ab dem Schuljahr 2019/2020 solle die Inklusion an „Schulen des Gemeinsamen Lernens“ gebündelt werden. An landesweit 775 weiterführenden Schulen solle nach erstmals festgelegten Qualitätsstandards Inklusionsunterricht erteilt werden. Das teilte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Dienstag dem Landtag mit. Zudem führen 172 Schulen die „Einzelintegration“ von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf durch. Bei der Inklusionspolitik der schwarz-gelben Landesregierung stehe „Qualität und nicht Quote im Vordergrund“, sagte Gebauer. Durch das neue Konzept sei sichergestellt, dass Eltern für ihre behinderten Kinder „ein gut erreichbares Angebot“ von Inklusions- und Förderschulen vorfänden. Ziel sei eine Qualitätssteigerung der inklusiven Schulbildung. Die CDU/FDP-Koalition hatte bereits angekündigt, bis zum Schuljahr 2024/25 mit fast zwei Milliarden Euro mindestens 6000 zusätzliche Stellen für die schulische Inklusion schaffen zu wollen. Da nicht genügend Sonderpädagoginnen und -pädagogen am Markt verfügbar seien, werde sich dieser Pool aber auch aus anderen Fachkräften zusammensetzen, betonte die Ministerin ein.

WELT
Portrait von Anna Lenke
Autor/in: Anna Lenke

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstütze ich das Team Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation u.a. mit dem wöchentlichen Nachrichtenmonitoring und dem Pressespiegel. Während meines dualen Studiums in Bielefeld habe ich bereits erste Kommunikationserfahrungen sammeln können. Mir macht die Arbeit im bildungspolitischen Umfeld sehr viel Spaß und ich freue mich auf die kommenden Zeiten in der Stiftung.

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