KW24: Handlungsbedarfe bei MINT-Förderung

Kinder halten ein Barometer in den Händen fest
© Christoph Wehrer/ Stiftung Haus der kleinen Forscher
Der wöchentliche Lauf durch die Nachrichten rund um Bildungsthemen.

BUNDESWEIT

Ganztagsausbau der Grundschulen kostet zehn Milliarden Euro

Grundschulkinder sollen einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung bekommen - trotz hoher Kosten. Aus einem Papier der Kultusministerkonferenz (KMK) geht hervor, dass nach aktuellen Berechnungen der Länder die Umsetzung deutschlandweit zusätzliche Kosten von 7,7 Milliarden Euro jährlich verursacht. Die Gesamtkosten von derzeit 2,3 Milliarden Euro würden demnach vor allem wegen der steigenden Personalausgaben auf bis zu zehn Milliarden Euro jährlich steigen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte zuletzt bekräftigt, die Pläne bis 2025 umsetzen zu wollen. In dem Papier der KMK heißt es nun: Die Summe überschreite „das durch den Bund in Aussicht gestellte einmalige Angebot von zwei Milliarden Euro für die Umsetzung des Rechtsanspruchs bei weitem“. Der Bundeselternrat bezweifelte, dass die Bundesregierung ihre Pläne zu mehr Ganztagsbetreuung an Grundschulen rechtzeitig umsetzen kann. „Wir haben großes Bauchweh, ob der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder tatsächlich 2025 kommt“, sagte der Vorsitzende Stephan Wassmuth. Bislang stehe er lediglich im Koalitionsvertrag, eine gesetzliche Grundlage gebe es nicht.

SPIEGEL Online

MINT Nachwuchsbarometer 2019

Wo liegen die Ursachen für den fehlenden MINT-Fachkräftenachwuchs? Und was kann man dagegen unternehmen? Diesen Fragen geht das MINT Nachwuchsbarometer 2019 von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und Körber-Stiftung nach, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Studie zeigt anhand ausgewählter Indikatoren auf, welche Anstrengungen im Bildungssystem für eine qualitativ bessere MINT-Bildung unternommen werden müssen, damit der Innovationsstandort Deutschland auch in Zukunft von gut ausgebildeten MINT-Fachkräften profitieren kann. Die vollständigen Ergebnisse können unter dem nachfolgenden Link gelesen werden.

acatech

Nationale Weiterbildungsstrategie beschlossen

Anja Karliczek und Hubertus Heil haben am 12. Juni gemeinsam die beschlossene Nationale Weiterbildungsstrategie (NWS) in Berlin vorgestellt. Damit legen Bund, Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam den Grundstein für eine neue Weiterbildungskultur. In einem Strategiepapier sind die Ziele und die Umsetzung beschrieben. „Die Vorstellung der Nationalen Weiterbildungsstrategie ist ein Meilenstein für die berufliche Weiterbildung in Deutschland. Wir wollen in Deutschland eine echte Weiterbildungskultur entwickeln. Weiterbildung im Beruf muss in der Zukunft zum Arbeitsalltag gehören. Die Weiterbildung muss so ausgestaltet sein, dass sie die Beschäftigten nicht überfordert, sondern sie motiviert, sich fortzubilden“, so Karliczek

Bundesministerium für Bildung und Forschung

HESSEN

Präsident der Kultusministerkonferenz Lorz fordert Digitalpakt II

Lorz (CDU), hat die Digitalisierung der Schulen als Daueraufgabe bezeichnet, mit deren Kosten die Länder später nicht allein gelassen werden sollten. Auf den Digitalpakt, der 2024 ausläuft, müsse „ein Digitalpakt II oder Ähnliches folgen“, sagte Hessens Kultusminister dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Dienstag. „Für den Anfang sind die fünf Milliarden Euro, die der Bund im Verlauf von fünf Jahren gibt, eine gute Hilfe.“ Klar sei aber auch: Die Technik von heute ist in fünf Jahren schon wieder veraltet.

WELT.de

NIEDERSACHSEN

Gute-Kita-Vertrag unterzeichnet

Mit rund 526 Millionen Euro unterstützt der Bund das Land Niedersachsen bei der Qualitätsverbesserung in Kitas bis 2022. Die entsprechende Vereinbarung unterzeichneten am vergangenen Dienstag Ministerpräsident Stephan Weil und Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey in Anwesenheit von Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Es ist der vierte Vertrag zwischen dem Bund und einem Bundesland zur Umsetzung des Gute-KiTa-Gesetzes. „Das Gute-KiTa-Gesetz funktioniert und wir liegen bei der Umsetzung gut in der Zeit. Es freut mich sehr, dass Niedersachsen 96 Prozent der Mittel in die Verbesserung der Qualität investieren und mit den restlichen Mitteln Familien mit Kindern in der Kindertagespflege von den Gebühren befreien wird. Dies sorgt nicht nur für soziale Gerechtigkeit, sondern garantiert allen Kindern die beste Bildung von Anfang an“, teilte Giffey mit.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

SACHSEN

269 Millionen Euro für die Förderung der Kindertagesbetreuung in Sachsen

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Kultusminister Christian Piwarz haben in dieser Woche den Bund-Länder-Vertrag zur Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes in Sachsen unterzeichnet. „Wir stecken das Geld in die Qualität der Kinderbetreuung. So wollen es auch die Eltern und Erzieher, die wir mit einer Umfrage an der Entscheidung beteiligt haben“, erklärte Kultusminister Piwarz. Ganz konkret stehen seit dem 1. Juni 2019 für die pädagogischen Fachkräfte Vor- und Nachbereitungszeiten zur Verfügung. Damit werden wichtige pädagogische Aufgaben der Erzieherinnen und Erzieher, die über den direkten Kontakt zum Kind hinausgehen, zusätzlich bei der Personalbemessung mit berücksichtigt. Die Regelungen dazu sind im Gesetz verankert. „Wir geben den Erziehern mehr Zeit, um die Arbeit mit den Kindern vorzubereiten. Das Geld kommt also direkt unseren Kindern und Fachkräften zu Gute“, stellte Piwarz klar.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

THÜRINGEN

Umstrittenes neues Thüringer Schulgesetz

Der Thüringer Landtag hat am Mittwoch das neue Thüringer Schulgesetz beschlossen. Das neue Gesetz sieht einige Neuerungen vor: Inklusion, Mindestschülerzahlen, Mitbestimmung. Darüber hinaus sieht das Schulgesetz vor, dass Förderschulen Kooperationen mit Grund- oder Regelschulen eingehen und sich auch selbst zum Beispiel zu einer inklusiven Gemeinschaftsschule entwickeln können. Noch vor der Abstimmung hatte es darüber eine heftige Debatte gegeben. Doch am Ende wurde es durch die Stimmen der Regierungskoalition von Linke, SPD und Grüne verabschiedet.

Mitteldeutscher Rundfunk
Portrait von Anna Lenke
Autor/in: Anna Lenke

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstütze ich das Team Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation u.a. mit dem wöchentlichen Nachrichtenmonitoring und dem Pressespiegel. Während meines dualen Studiums in Bielefeld habe ich bereits erste Kommunikationserfahrungen sammeln können. Mir macht die Arbeit im bildungspolitischen Umfeld sehr viel Spaß und ich freue mich auf die kommenden Zeiten in der Stiftung.

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