KW18: Umbrüche in der Schullandschaft

Zwei Kinder sitzen vor einem beklebten Schulheft.
© Christoph Wehrer / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Der wöchentliche Lauf durch die Nachrichten rund um Bildungsthemen.

BUNDESWEIT

Kürzungen im Bildungsbereich

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) plant Karliczeks Etat für 2020 um mehr als eine halbe Milliarde Euro zu kürzen, von rund 18,3 Milliarden auf 17,7 Milliarden Euro, schrieb die Welt am Sonntag. Anja Karliczek (CDU) hat die geplanten Kürzungen in ihrem Ressort als „fatales Signal“ kritisiert. Die Kürzung ihres Etats dürfe „nicht das letzte Wort sein“, sagte sie der Zeitung. Zuspruch bekommt Karliczek aus den Bundesländern. Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler nannte die geplanten Kürzungen einen Fehler. „Bund und Länder müssen gerade in der jetzigen Phase gemeinsam politische Richtungsentscheidungen für ein starkes deutsches Wissenschaftssystem treffen“, sagte er. Rückendeckung bekommt Olaf Scholz hingegen durch Bildungssenator Ties Rabe (SPD), der die geplanten Kürzungen verteidigt.

WELT.de

HAMBURG

Senat setzt Schulbauprogramm fort

Im Jahr 2018 hat Hamburg insgesamt rund 395 Millionen Euro in den Bau, die Sanierung und die Instandhaltung der Hamburger Schulgebäude investiert. 316 Millionen Euro flossen in Sanierung und Neubau, 79 Millionen Euro wurden für Instandhaltungsmaßnahmen aufgewendet. Bildungssenator Ties Rabe: „Die Schülerzahl wird in den nächsten zehn Jahren aber um weitere 25 Prozent steigen. Mit der Aussicht auf rund 45.000 Schüler mehr bis zum Jahr 2030 werden wir auch weiterhin auf den Schulbau setzen und an den gesetzlich festgeschriebenen kleinen Klassen festhalten. In den nächsten zehn Jahren werden wir deswegen in Hamburg mehr als 30 neue staatliche Schulen bauen und zudem viele Schulen sanieren, modernisieren und vergrößern.“

Bildungsklick.de

Senat beschließt Einführung eines Prüfverfahrens für Kitas

Mit einem neuen Prüfverfahren wird die Kita-Qualität in Hamburg künftig überprüft. Ein entsprechendes anlassunabhängiges Prüfverfahren hat der rot-grüne Senat am Dienstag beschlossen, wie Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) mitteilte. Jährlich sollen etwa 220 der rund 1.100 Hamburger Kitas überprüft werden, sodass in einem fünfjährigen Zyklus jede Kita erfasst wird. Die Prüfungen werden von einer neuen Dienststelle in der Familienbehörde durchgeführt und noch in diesem Jahr beginnen. Familiensenatorin Dr. Melanie Leonhard: „In den vergangenen Jahren haben wir immer mehr Plätze geschaffen. Und gleichzeitig verbessern wir die Qualität: Durch mehr pädagogisches Personal, zusätzliche Angebote, Fachberatung, laufende Qualitätsentwicklung und vieles mehr. Hamburg gibt dafür bald eine Milliarde Euro im Jahr aus. Das ist gut angelegtes Geld. Das Kita-Prüfverfahren ist ein weiterer Baustein, mit dem wir die hohe Qualität der Kinderbetreuung in Hamburg sicherstellen.“

Hamburg.de

NIEDERSACHSEN

Digitalpakt Schule

Die Niedersächsische Landesregierung wird den Digitalpakt Schule zügig umsetzen. Das hat Niedersachsens Kultusminister Tonne am Dienstag bekanntgegeben. „Die Förderanträge können ab August 2019 gestellt werden. Eine entsprechende Förderrichtlinie, über die die Schulträger ab diesem Zeitpunkt Mittel beantragen können, ist in der Vorbereitung“, so Kultusminister Tonne. Insgesamt erhält Niedersachsen 470 Millionen Euro vom Bund über den Digitalpakt. Hinzu kommt eine Aufstockung durch das Land um rund 52 Millionen Euro. Damit stehen bis 2024 über 522 Millionen Euro für die Verbesserung der IT-Bildungsinfrastruktur an Niedersachsens Schulen zur Verfügung. Die Verwendungszwecke der Mittel seien über die Bund-Länder-Vereinbarung wie auch über die Förderrichtlinie des Landes klar definiert, erläuterte der Kultusminister: „Es geht um den Aufbau nachhaltiger Strukturen wie WLAN-Ausleuchtung, digitale Lernplattformen, Anzeigegeräte in Klassenräumen wie zum Beispiel interaktive Tafeln, aber auch digitale Arbeitsplätze insbesondere in der berufsbezogenen Ausbildung und in den Naturwissenschaften.“

Niedersächsisches Kultusministerium

SACHSEN

Gemeinschaftsschulen in Sachsen?

Das Bündnis „Gemeinschaftsschule in Sachsen“ sammelt Unterschriften für einen Volksantrag. Inzwischen wurden bereits mehr als 33.000 Unterschriften gesammelt. „Wir sind im Endspurt, brauchen noch 7000 Unterschriften“, sagte ein Sprecher am Dienstag in Dresden. Wenn 40.000 Unterschriften zusammenkommen, muss sich der Landtag mit dem Gesetzentwurf beschäftigen. Die Initiatoren wollen erreichen, dass die Gemeinschaftsschule zusätzlich den gewohnten Schulen möglich wird. Die CDU, die aktuell mit Michael Kretschmer den Ministerpräsidenten stellt, lehnt die Gemeinschaftsschule ab. Die mitregierende SPD steht dem Ansinnen aber offen gegenüber. Die Grünen und die Linke sind dafür, die AfD (wie wohl auch die FDP) dagegen. Wie die Mehrheitsverhältnisse nach der Landtagswahl am 1. September aussehen, weiß niemand. Ein Großteil der Sachsen unterstützt in Umfragen den Wunsch nach einem längeren gemeinsamen Lernen der Kinder. Jürgen Böhm, Bundesvorsitzender des Deutschen Realschullehrerverbands (VDR), kritisiert das Vorhaben: „Dass es bildungspolitische Fehlentwicklungen in so manchem Bundesland gegeben hat, ist das eine. Dass diese Fehler aber wieder neu gemacht werden sollen, grenzt an Einfalt und Ignoranz“.

News4Teachers.de

SACHSEN-ANHALT

Tullner startet Modellprojekt gegen den Lehrkräftemangel

Mit einem Modellprojekt will Sachsen-Anhalt testen, ob der Lehrkräftemangel an Schulen auch durch den Einsatz von Verwaltungspersonal abgemildert werden kann. An den 15 größten Schulen im Land sollen ab kommendem Schuljahr sogenannte Verwaltungsassistenten eingesetzt werden, wie das Bildungsministerium am Montag mitteilte. „Wir wollen Erfahrungen sammeln, inwieweit Verwaltungspersonal an Schulen zur Entlastung der Lehrkräfte und Schulleitungen beitragen kann“, erklärte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) die Idee. Die zusätzlichen Kräfte sollen etwa den Unterricht mitorganisieren oder schulische Veranstaltungen unterstützen, Eltern beraten oder bei der Verwaltung von Personal, Budget und technischer Ausstattung helfen. Das Projekt sei auf zwei Jahre angelegt.

Bildungsministerium Sachsen-Anhalt
Portrait von Anna Lenke
Autor/in: Anna Lenke

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstütze ich das Team Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation u.a. mit dem wöchentlichen Nachrichtenmonitoring und dem Pressespiegel. Während meines dualen Studiums in Bielefeld habe ich bereits erste Kommunikationserfahrungen sammeln können. Mir macht die Arbeit im bildungspolitischen Umfeld sehr viel Spaß und ich freue mich auf die kommenden Zeiten in der Stiftung.

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