Bildungsnachrichten der Kalenderwoche 17

Ein Junge läuft grinsend mit einer Zeitung vor seinem Körper
© Christoph Wehrer / Stiftung Haus der kleinen Forscher
Der wöchentliche Lauf durch die Nachrichten rund um Bildungsthemen.

BUNDESWEIT

Anja Karliczek: „Berufliche Ausbildung immer noch zu wenig wertgeschätzt“

Laut Bundesbildungsministerin Anja Karliczek wird die berufliche Ausbildung in Deutschland immer noch zu wenig wertgeschätzt. „Die Ausbildung in den Betrieben ist genauso viel wert wie an den Universitäten“, sagte Karliczek der Passauer Neuen Presse. Um den Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setze die Bundesregierung an vielen Stellen an. „Ganz zentral ist, dass wir unseren Nachwuchs für die Zukunftsthemen begeistern und optimal ausbilden“, so Karliczek. Die Regierung tue eine Menge, um die Ausbildung attraktiver zu machen. Als Beispiel nannte Karliczek die Mindestausbildungsvergütung. Auch die Weiterbildung werde durch die nationale Weiterbildungsstrategie unterstützt.

Passauer Neue Presse

OECD-Studie zu den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt durch Digitalisierung

Die zunehmende Automatisierung der Arbeitswelt bedroht nach Einschätzung der OECD vor allem Jobs von Geringqualifizierten. Die Organisation empfiehlt daher Deutschland eine Ausweitung der Erwachsenenbildung. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil von der SPD räumt ein, dass man vor großen Aufgaben stehe. „Die Arbeit wird uns nicht ausgehen, aber sie wird sich nachhaltig verändern und das in hohem Tempo.“ Aufgabe der Betriebe und auch des Staates sei dafür zu sorgen, dass mit Hilfe von Weiterbildung und Qualifizierung die Menschen befähigt werden, auch die Arbeit von morgen leisten zu können. Heil kündigte an, dass er dazu im Sommer eine nationale Weiterbildungsstrategie vorlegen werde.

Tagesschau.de

Familienministerin Giffey will neue Alterskennzeichnungen für Apps einführen

Im Rahmen des für das Jahr 2020 angekündigten neuen Jugendmedienschutzgesetzes will Franziska Giffey eine leicht erkennbare Altersempfehlung für Apps durchsetzen, um Kinder vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Giffey kritisiert, dass es momentan zu viele verschiedene und unseriöse Altersempfehlungen für App-Angebote gebe. So können Eltern schwer einschätzen, welche App für ihr Kind geeignet ist und welche möglicherweise überfordernde oder verstörende Inhalte birgt. „Eltern müssen aber auf die Kennzeichnung vertrauen können“, so Giffey. Sebastian Steineke, CDU-Politiker, kritisierte die Pläne von Giffey. Altersangaben seien bereits heute „gängige Praxis in den App-Stores“.

Handelsblatt

CDU setzt Pläne für Mega-Weiterbildungsplattform aus:

Die Bundesregierung möchte die berufliche Fortbildung für alle Bürgerinnen und Bürger bündeln und ausbauen. Anders als geplant will die Bundesregierung offenbar doch keine neue zentrale Weiterbildungsplattform einrichten. Noch Ende 2018 hatte Bildungsministerin Anja Karliczek das Projekt „Milla“ (Modulares interaktives lebensbegleitendes Lernen für alle) der Unionsfraktion als interessanten Vorschlag für ein mögliches Modul in der angekündigten nationalen Weiterbildungsstrategie bezeichnet. Nun heißt es, man prüft ergebnisoffen diverse Möglichkeiten, konkretere Angaben seien nicht möglich. Die Nationale Weiterbildungsstrategie soll voraussichtlich im Sommer 2019 vorliegen. Dafür sei man in Gesprächen mit den Ländern.

Handelsblatt

BREMEN

Kita-Qualität – Unterzeichnung des ersten Gute-Kita-Vertrags

Mit der Unterzeichnung des Vertrags mit Bremen startet jetzt die Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes in den Ländern. Unterzeichnet wurde der Vertrag im Bremer Rathaus durch Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und Dr. Claudia Bogedan, Bremens Senatorin für Kinder und Bildung. Es ist der erste von 16 Gute-Kita-Verträgen, die in den kommenden Monaten in allen Bundesländern unterzeichnet werden. Bundesfamilienministerin Giffey: „Wir liegen bei den Vertragsverhandlungen mit den Ländern im Plan und kommen sehr gut voran. Es freut mich sehr, dass Bremen ein so starkes Paket an Maßnahmen angehen wird.“ In den nächsten Wochen werden die Verträge zur Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes mit dem Saarland und mit Brandenburg unterzeichnet. Termine mit weiteren Bundesländern sind aktuell in Planung.

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

NORDRHEIN-WESTFALEN

Lehrkräftemangel

In Nordrhein-Westfalen fehlen zurzeit etwa 5.800 Lehrkräfte. Nun will das Land den Mangel beheben, indem es ausländische Fachkräfte einstellt, darunter auch Flüchtlinge. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) schreibt, man müsse alle vorhandenen Ressourcen ausschöpfen: „Ausländische Lehrkräfte, die in den letzten Jahren in unser Land gekommen sind, sind solch eine kostbare Ressource, die weitestgehend ungenutzt bleibt.“ Schon jetzt bieten zwei nordrhein-westfälische Universitäten das Programm Lehrkräfte Plus an, das sich speziell an ausländische Lehrkräfte richtet. Es soll ihnen den Einstieg in das deutsche Schulsystem erleichtern - der Kurs beinhalte einen Intensivsprachkurs und eine pädagogisch-interkulturelle Qualifizierung.

SPIEGEL Online

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Karin Prien (CDU) benennt die ersten 20 PerspektivSchulen

Bildungsministerin Karin Prien hat am Dienstag die ersten 20 allgemeinbildenden Schulen benannt, die ab dem kommenden Schuljahr mit einem Bildungsbonus besonders unterstützt werden. Die Schulen wurden auf Basis eines eigens erstellten PerspektivSchul-Index ausgewählt. „Sie sind die Schulen mit dem größten Bedarf und erhalten als erste und über den längsten Zeitraum bis 2024 insgesamt 25,5 Millionen Euro“, betonte die Ministerin. „Mir geht es vor allem um die Schulentwicklung“, deshalb spreche sie auch von Perspektivschulen, sagte Prien. In den beiden Folgejahren sollen zusätzliche 40 Schulen in das Programm aufgenommen werden.

Bildungsklick.de

THÜRINGEN

Koalitionsfraktionen nehmen Korrekturen im Schulgesetz vor

Grüne, SPD und Linke haben einen umfangreichen Änderungsantrag zu dem Gesetzentwurf des Bildungsministeriums eingebracht. Die Änderungen betreffen unter anderem die umstrittenen Mindestschülerzahlen. Dagegen waren neben der Landtagsopposition aus CDU und AfD vor allem die Landkreise als Schulträger Sturm gelaufen. Sie hatten vor einer reihenweisen Schließung kleiner Schulen auf dem Land gewarnt, die die Mindestgrößen nicht erreichen. Die von den Koalitionsfraktionen angekündigten Änderungen weichen von den strengeren Vorgaben des Ministeriums ab. Der Vorschlag sieht zum Beispiel vor, dass die Eingangsklasse einer neuen Klassenstufe 15 Schüler haben soll. Jede weitere dürfe auch nur aus 14 bestehen. Grundschulen dürften auch nur mit einer Klasse je Klassenstufe betrieben werden. Das novellierte Schulgesetz soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause Mitte Juli vom Landtag beschlossen werden.

News4Teachers.de
Portrait von Anna Lenke
Autor/in: Anna Lenke

In der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ unterstütze ich das Team Presse, Public Affairs und Digitale Kommunikation u.a. mit dem wöchentlichen Nachrichtenmonitoring und dem Pressespiegel. Während meines dualen Studiums in Bielefeld habe ich bereits erste Kommunikationserfahrungen sammeln können. Mir macht die Arbeit im bildungspolitischen Umfeld sehr viel Spaß und ich freue mich auf die kommenden Zeiten in der Stiftung.

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